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Florian Fischer

Beton zum Verlieben: Betonwände in Wohnräumen

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Betonwand?

Eine Betonwand ist eine Wand, die aus dem Werkstoff Beton besteht. Diese kann sehr unterschiedlich hergestellt und auch variantenreich gestaltet sein. Ob im Garten, in Küche oder Bad oder aber auch in Wohnräumen, der schlichte Baustoff sorgt meist für einen modernen, ruhigen und coolen Look. Die rohen, unverputzten Wände haben sich in den vergangenen Jahren als so genannter Industrielook einen Namen gemacht und finden sich oft in loftähnlichen Gebäuden wieder.

Beton wird dabei aus Zement, Wasser und Gesteinskörnungen hergestellt. Je nach Art des Betons können auch Zusatzstoffe hinzugefügt werden. Das Mischverhältnis und auch der Herkunftsort der einzelnen Komponente sind daher mitverantwortlich für die unterschiedliche Optik.

Wie dick muss eine Betonwand sein?

Hier kommt es darauf an, ob es sich um eine tragende oder nicht tragende Wand handelt. Nicht tragende Wände haben im Regelfall eine Dicke von 11,5 Zentimetern. Möglich ist aber auch, diese nur 5,2 oder 7,1 Zentimeter dick zu bauen. Bei tragendem Mauerwerk sollten die Wände mindestens eine Stärke von 17,5 Zentimetern aufweisen.

Wer sich für eine Sichtbetonwand entscheidet, sollte zuvor allerdings genau prüfen, ob die Statik eine solch schwere Wand aushält. Wird beispielsweise in einer Wohnung ein kompletter Baukörper, also eine Wand oder Treppe aus Beton eingeplant, sollte auch die Schalung dieses Objektes einem genauen Schema folgen, da es sonst zu Rissen und im schlimmsten Fall zu einem Bruch des Baukörpers kommen kann. Da der bereits gegossene Beton nicht mehr verändert werden kann, ist es deshalb wichtig bereits vor dem Baubeginn präzise zu planen. Die Schwere des Materials muss in der Bauplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Welche Vorteile hat eine Betonwand?

Ob als Wände, Treppe oder Trennwand – Betonwände sind mit anderen Werkstoffen im eigenen Zuhause gut kombinierbar. Durch seine schlichte Optik harmoniert Beton eigentlich mit allen Materialien, ganz egal, ob es sich um Parkett, Backstein, Glas oder farbige Tapeten handelt.

Die Vorteile von Betonwänden sind dabei ihre Speicherkapazität, Schalldämmung und Statik. Zudem ist Beton sehr stabil, langlebig und aus natürlichen Komponenten hergestellt. Betonwände können deshalb auch in Räumen genutzt werden, die besonderen Einflüssen ausgesetzt sind wie etwa das Badezimmer.

Da Beton ein lebendiges und offenporiges Material ist, das ähnlich wie Holz immer wieder Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann, drohen Betonwänden auch in der Dusche keine Gefahren wie etwa Schimmel.

Da es sich bei Beton zudem um eine sehr träge Masse handelt, können Räume mit Betonwänden sogar klimatechnisch reguliert werden. Im Sommer wirken sie wie eine Kühlung, im Winter wie ein Heizkörper.

Allerdings sind Betonwände nichts für Unentschlossene oder kreative Köpfe, die gerne immer mal wieder den Look ändern. Wenn eine Betonwand einmal steht, dann bleibt sie und kann auch nicht mehr angepasst werden. Auch sollten Einbauteile wie beispielsweise Steckdosen unbedingt vorher mit eingeplant werden.

Welcher Beton in welchem Zimmer?

Während grobe, offenporige Betonwände sich gut in Wohnbereichen machen, sollte in feuchtwarmen Räumen, wie dem Badezimmer, eher glatter Beton verwendet werden. Denn: Je kleiner die Poren, desto geringer ist auch das Schmutzrisiko. Mithilfe von Wachsen und Ölen können die Betonoberflächen im Badezimmer vor Schmutz und Bakterienbefall zusätzlich geschützt werden.

Dazu sollten Sie die Wand vorab abschleifen und so von Staub- und Schalungsölresten befreien, damit es hinterher nicht zu Verfärbungen kommt. Für die Behandlung der Betonoberflächen verwenden Sie am besten ein farbloses Steinöl, welches Sie mit einem Tuch auf die Fläche reiben. Überschüssiges Öl können Sie später mit einem trockenen Tuch wieder abnehmen. Für ein gutes Ergebnis lassen Sie die Wand dann über Nacht trocknen. Diese Schutzschicht hat eine lange Haltbarkeit und muss nur alle paar Jahre erneuert werden.

Wie streiche ich eine Betonwand?

Modern, kühl, grau – so lässt sich wohl der raue Look einer Betonwand charakterisieren. Wem nach mehr Farbe in den eigenen vier Wände ist, kann aber auch einer Betonwand einen Anstrich verpassen. Vor dem Streichen der Betonwand sollten allerdings ein paar Vorarbeiten erledigt werden.

Anders als eine Ziegel- oder Backsteinwand wartet die Betonwand in der Regel mit einer sehr glatten Oberfläche auf – eine gute Voraussetzung fürs Streichen. Sollten allerdings doch ein paar Unebenheiten erkennbar sein, sollten Sie diese mit einem Schleifgerät oder Schleifpapier begradigen. Anschließend wischen Sie Staubpartikel vom Schleifen mit einem Handfeger oder feuchten Schwamm weg.

Damit die Farbe an der rauen Betonwand nicht abperlt, sollten Sie die Wand vor dem Streichen mit einer geeigneten Grundierung behandeln. Weil Betonwände normalerweise ohne Fugen gegossen werden, geht der Anstrich relativ schnell. Tragen Sie dazu die Farbe mit einer Farbrolle in zwei bis drei dünnen Farbschichten auf. So erzielen Sie ein gleichmäßiges und vollständig deckendes Ergebnis.

Weitere Informationen zum Streichen einer Betonwand kann man unter dem Link Wie streiche ich eine Betonwand innen nachlesen.

Kann ich eine Betonwand schleifen?

Die Antwort ist klar: ja. Durch das Schleifen der Betonwand erhält man eine besonders glatte Oberfläche. Diese kann anschließend noch poliert werden. Das Abschleifen eignet sich insbesondere für Sichtbetonwände. Dafür kann eine sehr feinkörnige Schleifscheibe oder eine spezielle Poliermaschine verwendet werden. Besonders Poliermaschinen sorgen mit einem Nassschliff für einen sehr glatten Beton.

Betonoptik für kleines Geld

Beton ist nicht nur stabil, sondern auch besonders langlebig. Wer einmal eine Betonwand errichtet hat, wird sie so schnell auch nicht wieder einreißen. Und das nicht nur aufgrund seiner guten Qualität, sondern weil Beton als Baustoff auch nicht das preisgünstigste Material ist. Wem das Gewicht von Beton oder die Kosten Sorge bereiten, für den gibt es auch günstigere Alternativen, um sich trotzdem eine Betonoptik zu schaffen.

So verleihen beispielsweise mineralische Wandputze Wänden einen täuschend echten Beton-Look. Eine andere Möglichkeit ist Effektfarbe für Holz. Damit lassen sich Holzwände ganz einfach in Betonoptik streichen. Auch für Tapete gibt es spezielle Farbe in Betonoptik.

Eine weitere Möglichkeit eine Betonwand zu gestalten, sind Wandpaneelen aus Beton. Sie können je nach Wunsch flexibel angepasst, gefertigt und auf der bestehenden Wand angebracht werden. Wandpaneelen aus Beton finden Sie im Baumarkt oder bei Fachhändlern.

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