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Wilder Verband

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Wilder Verband?

Der Wilde Verband ist ein Mauerwerksverband, bei dem die Mauersteine unregelmäßig, sozusagen wild angeordnet werden. Trotzdem sind auch bei diesem Verband ein paar Regeln zu beachten:

  1. Anzahl der Läufer: Es dürfen maximal fünf Mauersteine als Läufer nebeneinanderliegen. Das bedeutet, spätestens nach fünf Läufern muss wieder ein Binder kommen.
  2. Stoßfugen: Die Stoßfugen müssen immer um einen Viertel der Läuferlänge versetzt werden.
  3. Treppenbildung: Wird der gleiche Versatz über mehr als drei bis vier Stufen angewendet, ergibt sich im Mauerwerk das Bild einer regelmäßigen Treppe, was den ungeordneten optischen Charakter des Wilden Verbandes aufhebt. Die sogenannte Treppenbildung sollte also vermieden werden.
  4. Anordnung der Binder: Die Binder, auch Köpfe genannt, dürfen erst in der sechsten Schicht übereinander angeordnet sein.

Der Wilde Verband zählt zu den sogenannten Zierverbänden, die bei Sichtmauerwerk zum Einsatz kommen. Andere Zierverbände sind zum Beispiel der Gotische Verband, der Märkische Verband, der Holländische Verband und der Schlesische Verband.

Wann Wilder Verband?

Wann ein Wilder Verband für ein Mauerwerk infrage kommt, hängt zum einen von der gewünschten Optik und zum anderen vom vorhandenen Budget ab. Ist eine spannende Fassadengestaltung für wenig Geld gewünscht, ist der Wilde Verband eine Möglichkeit. Er passt zu vielen Baustilen und kann mit vielen Klinkerformaten umgesetzt werden. Im Vergleich zum Binderverband oder zum Flämischen Verband ist der Wilde Verband außerdem relativ einfach und günstig herzustellen – ähnlich wie der Läuferverband.

Warum muss man im Verband mauern?

Der Verband übernimmt eine sehr wichtige Funktion im Mauerwerk: Er sorgt dafür, dass sich die Druckkräfte gleichmäßig verteilen und das Mauerwerk somit stabil wird. Handelt es sich beim Mauerwerk um Sichtmauerwerk, hat der Verband außerdem eine optische Funktion. Je nach Anordnung der Steine wirkt das Mauerwerk auf eine bestimmte Art und Weise – zum Beispiel unregelmäßig wie im Wilden Verband.

Der Wilde Verband bei Parkett, Laminat, Pflaster und Fliesen

  • Parkett: Der Wilde Verband wird im Falle von Parkett auch Schiffsboden genannt. Dabei liegen die Parkettstäbe parallel, während die Stöße unregelmäßig versetzt sind.
  • Laminat: Bei Laminat im Wilden Verband wird als Anfangsstück das Reststück der vorherigen Reihe verwendet – vorausgesetzt, es ist groß genug, um den Mindestversatz einzuhalten. Dadurch entsteht ein unregelmäßiges Verlegemuster.
  • Pflaster: Wird Pflaster im Wilden Verband verlegt, werden die Steinformate ohne Richtungsbetonung und ohne durchgehende Fugen angeordnet, wodurch keine Verlegerichtung zu erkennen ist.
  • Fliesen: Ähnlich wie bei Laminat im Wilden Verband wird auch bei Fliesen im Wilden Verband das Reststück der zuvor verlegten Reihe als Anfangsstück für die nächste Reihe verwendet.
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