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Alexander Seidl

Reihenhausgarten: So holen Sie das Beste aus Ihrem Gartenmittelstück

Inhaltsverzeichnis

Reihenhausgarten gestalten: Mit der richtigen Planung kein Problem

Klein aber fein – so sollte Ihr Motto lauten, wenn Sie Ihren „eingeklemmten“ Reihenhausgarten angehen. Natürlich ist der Platz hier oft sehr beengt und der längliche Schnitt bietet keine optimalen Voraussetzungen, trotzdem lässt sich auch aus einem kleinen Garten, der zunächst eher ungünstig geschnitten erscheint, viel machen. Wichtig dafür ist eine gute Planung, Minimalismus und das richtige Augenmaß. Und so gehen Sie vor:

1. Platzhalter basteln für die Anordnung im Garten

Damit Sie nicht nur gedanklich „spielen“ können mit Ihrem kleinen Stück Garten, hilft bei der Planung, sich eine Skizze von der Gartenfläche zu machen und sich dann kleine Papp-Elemente zu basteln, die Sie nach Belieben hin- und herschieben können. Dabei müssen Sie keine filigranen Gartenstühle ausschneiden. Oft reichen zeltartig gefaltete Papiere, auf denen „Gartenbank“, „Hochbeet“ oder „Tisch“ stehen. So können Sie alle Elemente immer wieder verschieben, um die perfekte Anordnung herauszufinden.

2. Reihenhausgarten strukturieren

Gerade, wenn Sie wenig Platz zur Verfügung haben, ist eine gute räumliche Aufteilung, die Abwechslung schafft und strukturiert, unerlässlich. Mit hölzernen Stegen, Steinen oder Kieselwegen können Sie beispielsweise Räume und verschieden Bereiche schaffen und sie voneinander abgrenzen. Diese verschiedenen Bereiche sind besonders bei einem kleinen Garten wichtig, da die verschiedenen Gestaltungselemente ihn größer erscheinen lassen. Dabei können Sie zum Beispiel die Mittelachse des Grundstücks nutzen und durch Elemente betonen. Folgt der Blick dieser Achse, scheint der Garten eine echte Tiefe zu haben. Möglich ist aber auch, eine Querachse zu nehmen, die von rechts nach links läuft und die Gesamtfläche unterbricht.

3. Festlegung auf einen Gartenstil

Wie soll Ihr Garten sein? Möchten Sie ihn mehr verspielt-romantisch oder modern und kühl? Oder vielleicht asiatisch angehaucht mit einem Buddha? Überlegen Sie, welche Atmosphäre Sie in Ihrem Garten schaffen wollen. Legen Sie sich auf einen Stil fest und ziehen Sie diesen dann konsequent bei der Gartengestaltung und Bepflanzung von Beeten durch. Wollen Sie einen romantischen Garten? Hierfür eignen sich bestimmte Gestaltungselemente, wie etwa Rosenbögen, halbhohe Hecken oder Staudenbeete. Auch sie unterteilen den Garten und schaffen Struktur und Atmosphäre. Ihnen schwebt eher ein moderner Stadtgarten mit klaren Bauelementen und wenig Schnickschnack vor? Dann sollten Sie auf eine symmetrische Unterteilung achten mit unterschiedlichen Gartenelementen, wie beispielsweise Hochbeeten oder Wasserbecken.

Reihenhäuser: Schritt für Schritt zum Traumgarten

Haben Sie sich für einen Gartenstil entschieden und eine Planung für Ihren Gartengrundriss gemacht, geht es nun an die Feinarbeit. Denn ein Garten – egal welcher Größe – lebt von seinen einzelnen Elementen. Auf diese Dinge sollten Sie achten, wenn Sie Ihren Garten planen:

1. Pflanzen für kleine Flächen

Kleine Pflanzen für kleine Gärten? Das muss nicht so sein. Zugegeben, vermutlich müssen Sie sich bei der Pflanzenwahl etwas einschränken, trotzdem kann man durch geschicktes Kombinieren hübsche Ecken gestalten und mit einzelnen großen Pflanzen betonen. Wenn Sie nicht nur Rasenflächen haben wollen, müssen Sie die verfügbaren Flächen Ihres kleinen Reihenhausgartens möglichst effizient beim Pflanzen nutzen. Ideal bei kleineren Flächen sind dabei Stauden, die Sie als kleine Gruppen pflanzen können. Sie sorgen sowohl im Frühling als auch Herbst für eine bunte Vielfalt. Immergrüne Sträucher wie Buchsbaum und viele Ziergräser sorgen übers ganze Jahr für ein saftiges Grün.

2. Grasfläche anlegen

Natürlich ist eine Grasfläche in einem Reihenhausgarten nur sehr begrenzt. Man könnte fast meinen, sie lohne nicht wirklich. Und doch gibt es gute Gründe für einen Rasen, denn das satte Grün sorgt für Ruhe und Ausgeglichenheit. Eine Rasenfläche, die bis zu Ihrer Grundstücksgrenze verläuft, schafft außerdem mehr Breite.

3. Accessoires einplanen

Zu einem Garten gehören neben Pflanzen natürlich auch andere Accessoires, wie eine Tischgarnitur, ein Outdoor-Sofa oder eine Vogeltränke. Auch Lichter, Lampions oder Laternen sind im Garten wichtig und schaffen insbesondere abends eine lauschige Atmosphäre. Sie schaffen Abwechslung, so dass das Auge des Betrachters länger braucht, um alles zu erfassen und nicht ermüdet. Diese Elemente gaukeln nebenbei Größe im Garten eines Reihenhauses vor und lassen ihn tiefer erscheinen.

4. Für Sichtschutz sorgen

Wer mittendrin ist, muss sich meistens vor Blicken von allen Seiten schützen. Besonders Reihenhausgärten leiden in der Regel darunter, dass der Nachbar nebenan von oben hineinblicken kann. Hier helfen Hausbäume, deren Kronen zwar dicht, aber nicht zu groß sind, damit das Größenverhältnis im Garten noch stimmt. Hierfür eignen sich sehr gut Säulenkirschen, Kugelbäume sowie ein Kugel-Trompetenbaum oder eine Kugel-Kirsche. Auch kleinere Apfelbäume können hier als Sichtschutz zum Einsatz kommen.

Wer sich nach rechts und links von seinen Nachbarn abgrenzen will, kann sich Sichtschutzelementen aus Lärchenholz in Verbindung mit Eibenhecken bedienen. Der Wechsel zwischen Holz und Grün hilft, dass keine großen, erdrückenden Flächen entstehen. Vorher sollten Sie allerdings abklären, wie hoch die Elemente sein dürfen. Meistens ist eine Höhe von 1,80 Meter erlaubt. Dieses ist regional aber unterschiedlich geregelt. Haben Sie sich für einen romantischen Reihenhausgarten entschieden, sollten Sie auch hier auf hohe Mauern verzichten und stattdessen mit Rankgittern und mehrjährigen Kletterpflanzen, wie dem Blauregen oder der Clematis, arbeiten.

Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Nachbarn, können Sie auch bewusst auf eine Abgrenzung verzichten und durch Grenzenlosigkeit für Weite sorgen. Eine Sichtachse über Ihre Grenze hinaus, zum Beispiel als eine Art Überleitung zur großen Rasenfläche Ihres Nachbarn, schafft mehr Tiefe. Vielleicht ergeben sich in Gesprächen auch weitere Ideen, die Sie gemeinsam umsetzen können und optisch Weite schaffen.

5. Sitzplätze im Reihenhausgarten

Ein Garten ist ein Freiluftzimmer im Sommer, das in der warmen Jahreszeit zusätzlich Platz zum Wohnen bietet. Essen, entspannen, lesen… alles kann nun auch draußen gemacht werden. Daher sollten auch die Sitzmöbel Wohnzimmer-Charakter haben, damit sie gemütlich sind und zum Verweilen einladen. Sofas aus wetterfestem Rattan sind nicht nur gemütlich, sie ertragen auch Regengüsse. Ein großes Sonnensegel spendet Schatten und schirmt neugierige Blicke von oben ab.

Auch eine Idee: Planen Sie den Sitzplatz im Reihenhausgarten nicht direkt am Haus, sondern versetzen Sie ihn an eine andere Stelle im Garten, die vielleicht ganz eigen gestaltet ist und sich vom Rest abgrenzt. Das schafft Abwechslung und ist ein besonderer Hingucker.

6. Wasser im Reihenhausgarten

Ein Gartenteich braucht natürlich viel Platz und ist nur schwer in einem Reihenhausgarten unterzubringen. Es gibt aber auch andere Elemente, die mit dem Element Wasser spielen und tolle Hingucker im Garten bieten: Quellsteine, Brunnen oder ein schmaler Wasserlauf. Auch eine größere Vogeltränke ist möglich.

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