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Wojciech Bącal

Altweiß, Reinweiß oder Cremeweiß: Welche weiße Farbe ist am besten?

Inhaltsverzeichnis

Welche Weißtöne gibt es?

In Deutschland wird in der Architektur und Innenarchitektur am häufigsten mit dem RAL-Farbsystem von der RAL gGmbH gearbeitet, viele Hersteller für Wandfarben und Möbel orientieren sich daran. Deshalb werden im Folgenden die wichtigsten RAL-Weißtöne vorgestellt.

Die RAL gGmbH hat verschiedene Farbsammlungen. Weißtöne kommen sowohl in der Farbsammlung RAL Classic als auch in der Farbsammlung RAL Design System plus vor.

RAL 9016 Verkehrsweiß ist die hellste Normfarbe. Wenn Sie nur eine Wand oder nur die Decke mit diesem Weißton streichen, müssen Sie sich bewusst sein, dass diese Fläche im Raum am meisten auffallen wird, da das Auge immer das Hellste zuerst sieht. Möchten Sie, dass Decke und Wände einheitlich wirken und in den Hintergrund treten, sollten Sie diese in ein und demselben Weißton streichen.

RAL 9010 Reinweiß ist das am weitesten verbreitetste Weiß. Viele Möbelhersteller bedienen sich dieses Farbtons. Er ist etwas dunkler als Verkehrsweiß (RAL 9016), aber trotzdem sehr hell.

RAL 9001 Cremeweiß ist dunkler als Reinweiß und wirkt noch wärmer.

RAL 085 93 05 Altweiß liegt zwischen Reinweiß und Cremeweiß; es deckt besser als Reinweiß. Im Gegensatz zu Verkehrs-, Rein- und Cremeweiß ist Altweiß nicht in der RAL Classic Farbsammlung zu finden, sondern in der Farbsammlung RAL Design System plus.

Was muss man bei der Wahl des Weißtons berücksichtigen?

Um sich besser für einen Weißton entscheiden zu können, hilft es sich folgende Fragen zu stellen:

  • Welche Funktion hat der Raum, der gestrichen werden soll? In einem Büro zum Beispiel ist ein hell und frisch wirkendes Reinweiß besser geeignet als ein Creme- oder Altweiß, die beide etwas gedämpfter wirken und sich deshalb eher für Wohnräume anbieten.
  • Wie viel Licht kommt in den Raum? Je mehr Licht in den Raum gelangt, desto gedämpfter kann das Weiß sein. Eine verkehrsweiße (RAL 9016) Wand zum Beispiel blendet bei starkem Lichteinfall möglicherweise unangenehm.
  • Soll die Fläche, die zu streichen ist, hervorstechen oder in den Hintergrund treten? Das Auge sieht zuerst dorthin, wo es am hellsten ist. Wenn Sie also eine Fläche betonen möchten, sollten Sie diese heller als die anderen weißen Flächen oder im Raum platzierte weiße Möbelstücke streichen. Möchten Sie hingegen, dass die weißen Wand- und Deckenflächen in den Hintergrund treten, sollten Sie diese in einem einheitlichen Weißton streichen, der etwas dunkler ist als die weißen Möbelstücke im Raum.
  • Welche Farben gibt es außerdem in dem Raum? Stimmen Sie den Weißton auf die anderen Farben im Raum ab. Verkehrs- oder reinweiße Wände zu einem dunklen Fliesenboden kann zu einem sehr harten Kontrast führen, der den Raum ungemütlich wirken lässt.

Wie kann ich Altweiß selbst mischen?

Um Altweiß für Wände selbst zu mischen, müssen Sie sowohl reinweiße als auch braune Farbe besorgen. Beginnen Sie mit der Einmischung von einem Prozent Braun in die reinweiße Farbe und überprüfen Sie an der Wand, ob Ihnen der so entstandene Farbton bereits passt. Wenn nicht, können sie sukzessive den Braun-Anteil erhöhen und zwischendurch immer wieder testen.

Wenn Sie Altweiß auf Holz, wie beispielweise eine Kieferholzdecke streichen möchten, nehmen Sie statt Braun besser Umbra. Auch in diesem Fall sollten Sie Testanstriche vornehmen.

Tipps
  1. Nutzen Sie nicht das komplette Reinweiß zum Mischen, sondern behalten Sie noch ein bisschen von der reinweißen Farbe für den Fall zurück, dass die angemischte Farbe zu dunkel gerät – „umkippt“. Dann können Sie diese mit dem zurückbehaltenen Reinweiß wieder etwas aufhellen.
  2. Achten Sie darauf, dass Sie das Anmischen und Überprüfen der so entstehenden Farbe immer bei Tageslicht und dem zu erwartenden Kunstlicht durchführen. Denn in beiden Lichtsituationen sollte der gemischte Farbton gefallen.
  3. Notieren Sie sich während des Mischens immer das aktuelle Mischverhältnis. So können Sie später dasselbe Altweiß noch einmal nachmischen.

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