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Alexander Seidl

Gartenwasserzähler: Geld beim Gießen sparen

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gartenwasserzähler?

Jeder Haushalt nutzt Trinkwasser, egal ob für die Toilette, das Waschbecken, Waschmaschine oder verschiedene Abflüsse. Das Wasser, das hier anfällt, wird als Abwasser in die Kanalisation weitergeleitet. Da es meist verschmutzt ist, muss es von der Gemeinde anschließend gereinigt werden. Hierfür fallen Abwassergebühren an.

Es wird jedoch nicht das gesamte Wasser an die Kanalisation weitergeleitet. Das genutzte Wasser für zum Beispiel die Gartenbewässerung versickert im Boden und es fällt kein Abwasser an. Da die Abwassergebühr jedoch für sämtliches Leitungswasser erhoben wird, muss für das versickerte Wasser oft auch eine Abwassergebühr gezahlt werden, obwohl dies nicht notwendig ist. Die Installation eines Gartenwasserzählers kann dem entgegenwirken. Dieser misst die Wassermenge, die lediglich für die Gartenbewässerung verwendet wird. Die hierbei gemessene Menge kann anschließend von der im Haushalt gesamten Wassermenge abgezogen werden und es fallen keine unnötigen Abwassergebühren an.

Wofür kann der Gartenwasserzähler genutzt werden?

Privatpersonen nutzen den Gartenwasserzähler, auch bekannt unter dem Namen Erstattungszähler, hauptsächlich für die Gartenbewässerung. Gartenwasserzähler können jedoch auch darüber hinaus für die landwirtschaftliche Nutzung oder für Sportanlagen genutzt werden.

Für einen Pool ist der Gartenwasserzähler nicht geeignet, da hier Schmutzwasser abgeführt wird, dass mit Chemikalien versetzt ist. Dieses Wasser muss über die Kanalisation entsorgt und anschließend gereinigt werden.

Welche Vorschriften sind bei einem Gartenwasserzähler zu beachten?

Das Trinkwasser wird, im Gegensatz zu Strom, von einem örtlichen Versorger geliefert. Aus diesem Grund unterscheiden sich die einzuhaltenden Vorschriften, Gebühren und Regelungen auch nach Region. Bevor ein Gartenwasserzähler installiert wird, sind die wichtigsten Informationen im Vorfeld bei dem örtlichen Versorger einzuholen:

  • Wer darf den Gartenwasserzähler anschließen? Muss dafür ein Handwerker engagiert oder kann dies auch selbstständig durchgeführt werden?
  • Welche Vorgaben gibt es bei der Wartung und Kontrolle eines Gartenwasserzählers?
  • Muss der Gartenwasserzähler geeicht sein?
  • Wie oft muss der Gartenwasserzähler ausgetauscht werden?
  • Wieviel kostet die Beantragung des Gartenwasserzählers?

Installation des Gartenwasserzählers

Ein Gartenwasserzähler kann an unterschiedlichen Stellen installiert werden:

  • In der Wasseranschlussgrube
  • Im Keller:
    Hier ist darauf zu achten, dass die Rohre auf einfachem Weg in den Garten führen. Bestenfalls treten die Rohre im Sockelbereich des Hauses aus.
  • Im Hausanschlussraum

Wichtig zu beachten ist, dass der Gartenwasserzähler erst hinter dem Hauptwasserzähler montiert wird. So lässt sich das Wasser für die Gartenbewässerung klar vom gesamten genutzten Wasser abgrenzen. Ebenso ist zu beachten, dass die Installation frostsicher geschieht. Hierfür lässt sich ein Ventil an einer tiefen Stelle der Leitung installieren, durch das Restwasser aus der Leitung austreten kann. Wird der Gartenwasserzähler nicht frostsicher installier, kann es im Winter zu Problemen kommen.

Wer die Installation durchführt, ist abhängig von den eigenen Vorlieben und den Vorgaben der örtlichen Versorger. Wird die Installation selbst in die Hand genommen, sind im Fachhandel, die notwendigen Materialien zu beschaffen:

  • Gartenwasserzähler
  • Dichtungen
  • Anschlüsse
  • Verplombungen
  • Verbindungsstück

Der Gartenwasserzähler kostet meist etwa 20 Euro. Es ist darauf zu achten, dass er über ein Anschlussgewinde verfügt.

Alternativ lässt sich ein Handwerker für die Installation engagieren. Dieser übernimmt häufig sowohl die Installation als auch die Anmeldung des Gartenwasserzählers. So kommt weniger Aufwand auf ein selbst zu.

Wann lohnt sich ein Gartenwasserzähler?

Viele beäugen den Gartenwasserzähler kritisch und sind sich nicht sicher, ob es sich lohnt ihn zu installieren. Wieviel Geld mit dem Gartenwasserzähler tatsächlich gespart werden kann ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. So hat neben der Grundstücksgröße auch der Wasserverbrauch oder die Höhe der Abwassergebühren, die je nach Region unterschiedlich ausfallen können, einen Einfluss auf das mögliche Einsparpotenzial. Die Abwassergebühren sind bei den zuständigen Behörden einsehbar und somit leicht zu bestimmen. Den Wasserverbrauch hingegen können viele nicht einschätzen, da er von der Bepflanzung und der Bodenart abhängig ist. Auch das Wetter spielt beim Wasserverbrauch eine wichtige Rolle: regnet es viel, muss weniger gegossen werden.

Wieviel Geld tatsächlich gespart werden kann, veranschaulicht folgende Berechnung:

Beispiel:
Auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück können jährlich bis zu 30 Kubikmeter Wasser versickern. Mit einer Abwassergebühr von etwas drei Euro fallen jährlich etwa 90 Euro an Gebühren für das Schmutzwasser an, die auch eingespart werden können. Dies klingt auf den ersten Blick wenig. Doch ein Gartenwasserzähler hält in der Regel etwa sechs Jahre. Danach ist er auszutauschen. Die Schmutzwassergebühren, die dadurch eingespart werden können, belaufen sich in sechs Jahren somit auf 540 Euro. Mit Abzug der Installationsgebühren können somit bei einer Grundstücksgröße von 1000 Quadratmetern etwa 300 Euro in sechs Jahren gespart werden.

Viele Eigentümer besitzen einen sehr viel kleineren Garten. Bei diesen werden auch weniger Wassermengen für die Bewässerung benötigt. Besteht noch Unsicherheit, lohnt es sich die Ausgaben und Einsparungspotenziale zu berechnen, um eine gute Entscheidung treffen zu können. Schon kleine Veränderungen können zu einer anderen Entscheidung führen. Wird beim obigen Beispiel beispielsweise die Grundstücksfläche halbiert, lohnt sich eine Installation des Gartenwasserzählers nicht mehr.

Ein Richtwert besagt, dass sich ein Gartenwasserzähler lohnt, sobald ein jährlicher Wasserbrauch für den Garten von 8.300 Litern vorliegt.

Technische Details der Gartenwasserzähler

Gartenwasserzähler sind normale Wasseruhren, die im Haus installiert werden. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Varianten. Die Gartenwasserzähler sind aufgrund der Eichpflicht alle sechs Jahre auszutauschen oder zu eichen.

Auf dem Gartenwasserzähler sind häufig Abkürzungen zu finden. Folgend ist eine Übersicht über die Abkürzungen zu finden. Die verschiedenen Abkürzungen ergeben sich daher, dass 2016 Richtlinien und die Abkürzungen geändert wurden:

Abkürzung Bedeutung
Q1 / Qmin Mindestdurchfluss/ Minimaldurchfluss
Q2 / Qtrenn Übergangsdurchfluss/ Trenndurchfluss
Q3 / Qn Dauerdurchfluss/ Nenndurchfluss
Q4 / Qmax Überlastdurchfluss/ Maximaldurchfluss

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