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Alexander Seidl

Staubläuse bekämpfen: Wie werde ich das Ungeziefer wieder los?

Inhaltsverzeichnis

Was sind Staubläuse?

Anders als ihr Name vermuten lässt, zählen Staubläuse nicht zu den Läusen, sondern bilden eine andere Insektenordnung. Staubläuse leben unter Blättern, Rinde oder auch in feuchten Kellern – eben überall da, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Auch in der Wohnung können sie sich einnisten. Insbesondere in einem noch nicht ausgetrockneten Neubau oder in einem Haus, dessen Wände Feuchtigkeit ziehen, finden sie ein für sie behagliches Umfeld.

Dabei kann man das kleine Ungeziefer mit dem bloßen Auge kaum erkennen. Sie messen in der Regel lediglich ein bis zwei Millimeter. Ihr Körper ist zierlich und hell und am Kopf hat die Staublaus lange, dünne Antennen. Da Staubläuse springen können, werden sie manchmal mit Flöhen verwechselt, fliegen können sie aber nicht.

Staubläuse haben eine Lebenszeit von ungefähr zehn bis zwölf Wochen. Da sie sich in Häusern allerdings das ganze Jahr über fortpflanzen, ist es für die Bewohner gar nicht so einfach, sie wieder loszuwerden. Sie ernähren sich von Schimmel, Sporen und Flechten, aber auch von trockenen Lebensmitteln wie Mehl, Reis oder Müsli.

Wo sich Staubläuse gerne in der Wohnung einnisten

Staubläuse lieben es feucht. Dringen sie in die Wohnung ein, ist das Badezimmer daher ein beliebter Ort. Auch die Küche, feuchte Fensterbänke, Kellerräume oder Zimmerpflanzen sind favorisierte Plätze. Neubauten, die noch nicht vollends durchgetrocknet sind oder frisch tapeziert wurden, bieten ebenso eine staublausfreundliche Umgebung. Von der Tapete fressen sie dann den kaum sichtbaren Schimmelpilzrasen ab und hinterlassen einen feinen Papierstaub. Deshalb nennt man sie auch Papierläuse. Sobald die Bausubstanz aber durchgetrocknet ist, erledigt sich das Problem meistens von selbst. Anders als beispielsweise in feuchten Kellern oder Zimmerpflanzen. Hier können sie auch eine längere Plage darstellen.

Wie bekämpfe ich Staubläuse am besten?

Staubläuse sind grundsätzlich für Menschen nicht gefährlich. Einen großen Schaden richtet das Ungeziefer auch nicht an, die Staublaus kann allerdings – ähnlich wie die Hausstaubmilbe – Allergien auslösen. Außerdem kann ihr Dasein ein Anzeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sein, die zu Schimmel führen kann.

Die gute Nachricht ist: Staubläuse lassen sich relativ einfach bekämpfen. Besonders effektiv ist dabei ein Staubsauger. Damit das kleine Ungeziefer aber nicht zurückkommt, sollten Sie vor allem die Luftfeuchtigkeit in den befallenen Räumen senken. Staubläuse lieben eine Luftfeuchtigkeit von rund 70 bis 90 Prozent. Drücken Sie die Feuchtigkeit unter 60 Prozent, sterben die Insekten schnell ab.

Wie Sie die Luftfeuchtigkeit schnell senken können, erfahren Sie hier:

Regelmäßig und richtig lüften

Gekippte Fenster sind zwar beliebt, fürs Lüften aber wenig effektiv. Daher sollten Sie am besten häufiger stoßlüften – idealerweise zwei bis vier Mal täglich für mehrere Minuten. In Küche oder Bad darf es gerne auch öfters und länger sein, damit der Dunst vom Duschen oder Kochen schneller abziehen kann.

Kochen mit Deckel

Klingt banal, ist aber effektiv. Verwenden Sie beim Kochen auf allen Töpfen Deckel. So wird insgesamt weniger Wasserdampf an die Luft abgegeben. Und energiesparend ist es außerdem.

Zimmerpflanzen entsorgen

Sind Zimmerpflanzen schon von Staubläusen befallen, sollten Sie das Gewächs gleich entsorgen. Auch Zimmerpflanzen, die die Luftfeuchtigkeit stark erhöhen, sollten Sie besser ausrangieren. Dazu zählen Zyperngras, Grünlilie oder auch die Zimmerlinde.

Schüssel mit Reis oder Salz aufstellen

Ein altes Hausrezept ist auch eine kleine Schale oder ein Säcken mit Reis oder Salz, die Sie nach Bedarf in Ihrem Zuhause aufstellen oder aufhängen können. Beide Zutaten sind wasserabsorbierend und entziehen der Luft so Feuchtigkeit.

Insektenspray

Ein handelsübliches Spray gegen Insekten reicht meistens schon aus, um die ersten Läuse damit abzutöten. Sie können es direkt auf sichtbare Staubläuse oder auf verschiedene Stellen im Haus aufsprühen, zum Beispiel auf Fugen und in Ritzen, aber auch auf schwer zugängliche Stellen.

Luftentfeuchter

Staubläuse in der Wohnung oder im Haus treten nur dann auf, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Daher ist es wichtig, die Feuchtigkeit im Innenbereich zu senken. Außer durch regelmäßiges Stoßlüften kann dies auch mit einem Luftentfeuchter erzielt werden. Das Ziel des Luftentfeuchters ist es, die Luftfeuchtigkeit so weit zu senken, dass die Staublaus nicht überleben kann. Je trockener und wärmer die Luft, desto schneller stirbt die Staublaus. Sie trocknet einfach aus.

Heizlüfter

Auch ein schlichter Heizlüfter mit Gebläse sorgt dafür, dass die befallenen Räume schnell aufwärmen. Er trocknet die Luft aus, wodurch die Luftfeuchtigkeit abnimmt. Läuft das Gebläse eine längere Zeit, sterben die Staubläuse in der trockenen Luft ab.

Schimmel entfernen

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur insgesamt schädlich für die Gesundheit, er bildet auch die beste Lebensgrundlage für Staubläuse. Starker Schimmelbefall in Haus oder Wohnung sollte daher auf jeden Fall behandelt und beseitigt werden, da er beispielsweise zu Atembeschwerden oder sogar Asthma führen kann.

Wie Sie Staubläuse schon im Vorfeld verhindern können

Damit es weder zu Schimmel noch zu Staubläusen kommt, ist das Wichtigste, auf die richtige Luftfeuchtigkeit in den einzelnen Räumen zu achten. Diese kann mithilfe eines sogenannten Hygrometers gemessen werden.

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