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Warum kaufen statt mieten aktuell häufig sinnvoller ist!

Inhaltsverzeichnis

Blickt man allein auf die Wohneigentumsquote, ergibt sich ein ernüchterndes Bild: In keinem anderen EU-Land sind so wenige Menschen Eigentümer ihrer Wohnung oder ihres Hauses wie in Deutschland. Laut Statistiken liegt die Eigentumsquote in Deutschland bei unter 50 Prozent, im Jahr 2020 wohnten im EU-Schnitt allerdings fast 70 Prozent der Bevölkerung im eigenen Heim. Warum ist das so? Und bedeutet dies, dass zur Frage "Immobilie kaufen oder mieten" bereits alles gesagt ist? Keineswegs. Denn eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst die Entscheidung zugunsten des Kaufs anstelle der Miete. 

Die Kostenfrage: Eine langfristige Perspektive

Die Überlegung, ob es sinnvoller wäre, eine Wohnung zu kaufen, statt sie zu mieten, wird natürlich maßgeblich von den Kosten beeinflusst. Die Ausgangsfrage lautet: Ist es im Hinblick auf die individuelle Lebensplanung und das Alter vertretbar, Monat für Monat steigende Mieten und Nebenkosten zu zahlen, wenn man am Ende keine Eigentumswohnung oder kein Haus besitzt und somit nach vielen Jahren der Mietzahlung mit leeren Händen dasteht? Warum also nicht mit einem vergleichbaren Kostenaufwand eine Wohnung oder ein Haus finanzieren? 

Diese langfristige Perspektive ist durchaus lohnenswert. Allerdings erfordert sie eine klare Einschätzung der persönlichen Situation, der verfügbaren finanziellen Mittel und der geografischen Bindung. Denn die Entscheidung zwischen Eigentumswohnung bzw. Eigenheim und Miete hängt auch davon ab, ob man bereit ist, einer bestimmten Lage in Städten oder Regionen treu zu bleiben.

Vorteile des Kaufs einer Immobilie

Eigentum

Als Eigentümer einer Immobilie ist man frei in der Gestaltung und Nutzung derselben. Man kann die Wohnung oder das Haus nach den eigenen Wünschen einrichten und umbauen.

Wertsteigerung

In der Regel steigen Immobilienpreise im Laufe der Zeit. Das bedeutet, dass eine Immobilie nach wie vor eine sehr gute Wertanlage darstellt. Der Begriff "Betongold", vor allem in Krisenzeiten, beschreibt diesen Umstand recht gut.

Steuerliche Vorteile

Als Eigentümer einer Immobilie kann man unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen, beispielsweise die Eigenheimzulage oder die Steuerbegünstigung für Modernisierungsmaßnahmen. 

Sicherheit

Als Mieter trägt man das Risiko von Mietsteigerungen, Kündigungen seitens des Vermieters oder Veränderungen in den Wohnbedingungen. Darüber hinaus investiert man finanziell gesehen in etwas, das einem nie selbst gehören wird. Im Gegensatz dazu bietet der Besitz einer eigenen Immobilie eine langfristige Sicherheit und Stabilität.

Weitere zu berücksichtigende Faktoren beim Kauf

Kaufpreis

Der Kaufpreis einer Immobilie ist in der Regel hoch. Die Höhe des Eigenkapitals, das benötigt wird, um einen Wohnbaukredit in Deutschland zu erhalten, hängt von der Höhe des Kaufpreises, der Bonität des Kreditnehmers und den Anforderungen der Banken ab. In der Regel empfehlen Experten, mindestens 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten für den Erwerb der Immobilie durch eigenes Kapital abzudecken. Je mehr Eigenkapital in die Baufinanzierung eingebracht wird, desto sicherer und günstiger wird sie. Es ist jedoch auch möglich, eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital zu erhalten, wenn der Kreditnehmer eine gute Bonität und ein sicheres Einkommen hat.

Nebenkosten

Neben dem Kaufpreis fallen auch weitere Kosten an wie Grunderwerbsteuer, Maklerprovision, Notarkosten und Grundbuchgebühren. Diese sollten genau berechnet werden, bevor man die Entscheidung zum Kauf einer Immobilie trifft. Hier kann ein unabhängiger Finanzberater sehr gute Dienste leisten. Einen wesentlichen Punkt der Nebenkosten (egal ob ein Haus oder eine Wohnung im Eigentum erworben werden) für einen umfassenden Schutz der Immobilie stellt die Wohngebäudeversicherung dar. Auch hier gibt es viele Gesichtspunkte zu berücksichtigen und eine Beratung vorab ist empfehlenswert. 

Instandhaltungskosten

Immobilien müssen regelmäßig instandgehalten werden. Dazu gehören Reparaturen, Renovierungen und Wartungsarbeiten. Sie können einen erheblichen Teil der Gesamtkosten einer Immobilie ausmachen.

Mieten: Was spricht dafür?

Flexibilität

Grundsätzlich ist man als Mieter etwas flexibler, als dies mit einem Eigenheim möglich wäre. Ein Umzug kann jederzeit stattfinden, sobald sich die Lebenssituation verändert. 

Kostengünstiger Einstieg

Die monatliche Miete ist in der Regel niedriger als die monatliche Kreditrate. Aber auch das muss nicht immer zutreffen und ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren, wie Kaufpreis der Immobilie und zur Verfügung stehendes Eigenkapital. So kann es, je nach Objekt, vorkommen, dass die monatliche Kreditrate für den Erwerb einer Immobilie niedriger ist als die monatliche Miete. 

Keine Nebenkosten

Mieter müssen keine Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Maklerprovision, Notarkosten und Grundbuchgebühren tragen.

Immobilienentscheidungen im Wandel: Einfluss von steigenden Mieten, niedrigen Hypothekenzinsen und aktuellen Zinsentwicklungen

Die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen wurde in den vergangenen Jahren wesentlich anhand der steigenden Mieten und vormals sehr niedrigen Hypothekenzinsen beeinflusst. In den letzten Jahren haben diese Faktoren dazu geführt, dass immer mehr Menschen bei der Planung ihrer Altersvorsorge an den Erwerb von Immobilien gedacht haben.

Die nach wie vor steigenden Mieten nehmen einen beträchtlichen Anteil des Haushaltsbudgets ein, was die Überlegung verstärkt, in die eigenen vier Wände und für den Aufbau von Vermögen durch den Erwerb einer eigenen Immobilie zu investieren. Gleichzeitig ist jedoch zu beachten, dass sich die derzeit steigenden Zinsen auf die Finanzierung von Immobilien auswirken und somit eine zusätzliche Überlegung in den Entscheidungsprozess einbringen. 

Zinsen für den Wohnbau: Aktuelle Situation in Deutschland

Der durchschnittliche Zinssatz für Wohnungsbaukredite an private Haushalte in Deutschland betrug im Jahr 2022 bei einer anfänglichen Zinsbindung von über 10 Jahren im Schnitt 3,89 Prozent. Es gilt jedoch zu beachten, dass die genauen Zinssätze je nach Bank, Laufzeit und Bonität des Kreditnehmers variieren. Auch muss erwähnt werden, dass die Zinssätze für Wohnbaukredite in den letzten Jahren starken Schwankungen unterworfen waren und von verschiedenen Aspekten abhängen, wie zum Beispiel der allgemeinen Zinsentwicklung, der Konjunktur und der Inflation. 

Jährliche Wertsteigerung von Immobilien in Deutschland

Die jährliche Wertsteigerung von Immobilien variiert je nach Standort und ist außerdem an weitere Faktoren geknüpft: 

  • Nachfrage  
  • aktuelle Zinslage  
  • gesetzliche Rahmenbedingungen für die Vergabe von Krediten 
  • die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Region 

Die durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von Immobilien in Deutschland lag in den letzten Jahren bei etwa 6 %. Im Jahr 2023 lag die Wertsteigerung immer noch bei beachtlichen 5,2 %. In Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg sind die Preise deutlich höher als in ländlichen Regionen. In diesen Städten liegt die Wertsteigerung teilweise bei über 10 % pro Jahr. 

In Deutschland sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes lag Ende 2022 bei über 160 Punkten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wertsteigerung einer Immobilie nicht garantiert ist und immer nur einen Wert abbilden kann, der sich aus den vergangenen Jahren errechnen ließ. 

Auf den Punkt gebracht: Kaufen vs. Mieten - eine aktuelle Einschätzung

Die Entscheidung, ob man eine Immobilie kaufen oder mieten sollte, ist eine komplexe Frage, die sich an zahlreiche Bedingungen knüpft. Schlussendlich lässt sich allerdings sagen, dass der Kauf einer Immobilie aktuell als sehr sinnvoll einzuschätzen ist. In Deutschland sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren stark gestiegen, was die Entscheidung für den Kauf für viele Menschen attraktiver macht. Allerdings sollten bei der Entscheidung auch die Nachteile des Kaufs, wie z. B. die Kaufnebenkosten und die Instandhaltungskosten berücksichtigt werden. Hilfreich kann es sein, unterschiedliche Online-Rechner zurate zu ziehen, um auf die Jahre gesehen die Höhe der Miete und der Kreditrate vergleichen zu können. 

Zusammenfassende Tipps für die Entscheidung

Bei der Entscheidung, ob man kaufen oder mieten sollte, sollten folgende Umstände berücksichtigt werden:

  • Persönliche Lebenssituation: Wie lange möchte man am selben Ort wohnen?
  • Finanzielle Situation: Wie hoch ist das verfügbare Einkommen?
  • Risikobereitschaft: Wie viel Risiko ist man bereit einzugehen?
  • Es ist empfehlenswert, sich vor der Entscheidung von einem unabhängigen Finanzberater aufklären zu lassen.

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