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Florian J. Fischer

Was ist ein Einkommensnachweis und wie muss er aussehen?

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Einkommensnachweis?

Eine gesetzliche Definition für den Einkommensnachweis gibt es nicht. Grundsätzlich ist ein Einkommensnachweis aber ein Dokument, das die Höhe des monatlichen Einkommens einer Person aufzeigt und belegt.

Wie sieht ein Einkommensnachweis aus?

Es gibt unterschiedliche Formen, wie ein Einkommensnachweis aussehen kann. Teilweise hängt diese vom Beschäftigungsverhältnis der Person ab, von der der Nachweis verlangt wird.

Als Einkommensnachweis können unter anderem folgende Dokumente gelten:

  • aktueller Kontoauszug
  • aktuelle Lohn-/Gehaltsabrechnung
  • aktueller Arbeitsvertrag
  • aktueller Einkommensnachweis vom Arbeitgebe
  • Rentenbescheid
  • Einkommensteuerbescheid
  • BAföG-Bescheid
  • Mietbürgschaftserklärung der Eltern
  • Kindergeldbescheinigung
  • Nachweis über Mieteinnahmen
  • Nachweis über Erträge aus Kapitalvermögen
  • Bewilligungsbescheid für Sozialleistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld II)

Für wen kommt welche Form des Einkommensnachweises infrage?

  Mögliche Einkommensnachweise
Arbeitnehmer Gehalts- /Lohnabrechnungen, Einkommensnachweis vom Arbeitgeber, Arbeitsvertrag
Selbstständige Einkommenssteuerbescheid, Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Arbeitssuchende Bewilligungsbescheid für Sozialleistungen
Studierende BAföG-Bescheid, Mietbürgerschaftserklärung der Eltern
Rentner Rentenbescheid
Eltern Kindergeldbescheid
Immobilienbesitzer Nachweis über Mieteinnahmen
Hinweis Die Agentur für Arbeit bietet ein Formular für den Einkommensnachweis zum kostenlosen Download. Dieses können Sie Ihrem Arbeitgeber zum Ausfüllen vorlegen.

Wie kann der Einkommensnachweis von Selbstständigen aussehen?

Selbstständige können in der Regel den Einkommenssteuerbescheid als Einkommensnachweis vorlegen. Sollte dieser nicht vorliegen, weil die Selbstständigkeit erst kurze Zeit besteht, können Selbständige alternativ

  • eine betriebswirtschaftliche Auswertung
  • eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung
  • oder die letzte Gehaltsabrechnung vorlegen – sofern sie vor der Selbstständigkeit angestellt waren.

Was gilt nicht als Einkommensnachweis?

  • Selbst erstellte, inoffizielle Abrechnungen ohne aktuelle Kontoauszüge
  • Antragsformulare für staatliche Leistungen
  • Bargeld

Dürfen Vermieter einen Einkommensnachweis verlangen?

Grundsätzlich ist es dem Vermieter erlaubt, den Mietinteressenten nach der Höhe seines Nettoeinkommens oder dem monatlichen Betrag zu fragen, der ihm für die Miete zur Verfügung steht.

Verlangen kann der Vermieter weitere Einkommensnachweise aber erst, wenn er sich für einen Mietinteressenten entschieden hat.

Datenschutz beim Einkommensnachweis

Der Mietinteressent darf in den Dokumenten, die er als Einkommensnachweis vorlegt, die nicht erforderlichen Angaben schwärzen.

Der Vermieter wiederum ist verpflichtet, den vom Mietinteressenten erbrachten Einkommensnachweis zu vernichten, sobald er nicht mehr für die Bewerbung auf die Immobilie benötigt wird.

Tipps für Vermieter bezüglich Einkommensnachweis

  1. Auf die Befristung der Arbeitsstelle achten: Wenn der Mietinteressent nur den Arbeitsvertrag als Einkommensnachweis vorlegen kann – ohne Kontoauszug und Gehaltsabrechnung – sollten Sie als Vermieter auf die Befristung der Arbeitsstelle achten. Zudem sollten Sie weitere Sicherheiten anfragen. Das können zum Beispiel eine Bonitätsprüfung der Schufa oder eine Bürgschaft sein.
  2. Kein Einkommensnachweis, kein Mietverhältnis: Wenn der Mietinteressent keinen Einkommensnachweis liefern kann, sollten Sie kein Mietverhältnis mit ihm vereinbaren.
  3. Schufa Auskunft: Unabhängig von dem vorgelegten Einkommensnachweisen sollten Sie immer eine Schufa Auskunft verlangen.
  4. Bürgschaft: Wenn Sie trotz Einkommensnachweis unsicher sind, ob der Mietinteressent ausreichend solvent ist, können Sie neben der Schufa Auskunft auch um eine Bürgschaft bitten.
  5. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Als Vermieter können Sie vom Mietbewerber eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, die der vorherige Vermieter ausfüllt, erbeten. Dabei sollten Sie jedoch wissen, dass der vorherige Vermieter verweigern kann, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen, da er nicht dazu verpflichtet ist. Außerdem ist die Aussagekraft einer solchen in Zweifel zu ziehen. Sie ist kein verlässlicher Indikator für das künftige Verhalten eines Mieters.
  6. Kontoauszüge über Mietzahlung: Kontoauszüge, die Ihnen der Mietbewerber über vorherige Mietzahlungen vorlegt, sollten Sie nicht als Bonitätsprüfung akzeptieren. Sie haben wenig Aussagekraft über das tatsächliche Zahlungsverhalten. So kann es sein, dass der Mieter zu einem anderen Zeitpunkt, der nicht auf den Kontoauszügen erfasst ist, die Miete nicht gezahlt hat.

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