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Alexander G. Seidl

Kachelofen und Heizkörper streichen - so geht’s

Inhaltsverzeichnis

Kachelofen streichen: Wie hitzebeständig muss die Farbe sein?

Theoretisch können Sie jeden Untergrund streichen, also auch solche, die sehr heiß werden können. Hier kommt es extrem auf die Farbe und ihre Hitzebeständigkeit an. Die Farbe sollte mindestens 120 Grad Celsius aushalten können, ein Einbrennlack ist hingegen nicht notwendig. 

Bedenken Sie, dass die Temperatur eines Kachelofens dauerhaft ist, aber geringer als die von Metall. Im Kachelofen breitet sich eine konstante Hitze aus. Heizkörper aus Metall können hingegen sehr heiß werden, heißer als Kacheln. 

Kacheln erreichen - je nach Bauausführung und Beheizung - eine Wärme zwischen 35 und 120 Grad Celsius. Das bedeutet, dass Sie neben speziellen Kachelofenlacken auch alle Heizkörperlacke für Ihren Kachelofen verwenden können. Dabei können Sie die Farbe beziehungsweise den Lack entweder streichen oder sprühen. Kreidefarben sind in der Regel bis zu 180 Grad hitzebeständig, so dass sie problemlos auch für den Kachelofen verwendet werden können.

Kachelofen streichen: Diese Materialien brauchen Sie

Eine gute Vorbereitung ist das A und O, aber auch gute Materialien erleichtern die Arbeit. Dabei brauchen Sie eigentlich lediglich einen Heizkörperlack oder Kachelofenlack oder geeignete Kreidefarben. An Werkzeugen bieten sich an:

  • Schleifvlies
  • eine Schaumstoff-Malerrolle
  • ein breiter, weicher Pinsel
  • Aceton
  • ein Atemschutz
Gut zu wissen: Hitzebeständige Lacke finden Sie nicht nur im Heizungsbau, sondern auch beim Auto- und Karosseriebau oder im Baumarkt beim Grillzubehör. Ein Preisvergleich lohnt sich. Allerdings sollten Sie vor dem Kauf prüfen, wie lange die Ausdünstungszeiten der Lösemittel sind. Manche brauchen bis zu mehrere Tage zum Ausdünsten.

Kachelofen streichen: Welche Farben kann ich nehmen?

Es gibt spezielle Ofenlacke und Farben in den unterschiedlichsten Farben, die sich für das Streichen eines Kachelofens anbieten. Hierbei können Sie Lacksprays verwenden - diese lohnen sich vor allem, wenn Sie kleinere Stellen ausbessern wollen. Diese sollten hochtemperaturfest (bis zu mehreren hundert Grad Celsius) und feuerfest sein und einen Korrosionsschutz bilden.

Besitzen Sie einen verkleideten Kamin und wollen diesen streichen, so können Sie damit rechnen, dass die Oberflächen in der Regel nicht ganz so heiß werden wie bei einem normalen Kachelofen. Bei einem verputzten Kachelofen reicht es sogar aus, einfache hitzebeständige Farbe zu verwenden - allerdings darf auch diese keine einfache Wandfarbe sein, da die Hitzeentwicklung trotzdem noch groß ist.

Kachelofen oder Heizkörper streichen - Schritt für Schritt

Eine wichtige Voraussetzung, bevor Sie anfangen zu streichen, ist, dass der Untergrund fett-, staub-, silikon- und rußfrei ist. Deshalb sollten alle Flächen vorab gründlich gereinigt werden. Je ordentlicher vorgearbeitet wird, desto besser ist später auch das Ergebnis. Man spricht hierbei auch von einer tragfähigen Oberfläche, die dann lackiert oder gestrichen werden kann. Lose Lackreste von alten Anstrichen sollten Sie so lange anschleifen, bis sie ganz weg sind. 

Tipp Beim Streichen sollte die Heizung oder der Kachelofen auf jeden Fall kalt sein, also Raumtemperatur haben.

Und so sollten Sie vorgehen - Schritt für Schritt:

  1. Reinigen

Um die Kacheln fett- und staubfrei zu bekommen, sollten Sie diese gut reinigen. Bei normaler Verschmutzung genügt es, wenn Sie die Oberflächen gründlich und mehrmals mit einem Lappen und etwas Spülmittel abwaschen. Sind die Kacheln stark verschmutzt, können Sie Aceton oder Nagellackentferner, der Aceton enthält, verwenden. Aceton beseitigt auch ölige oder fettige Rückstände und Ablagerungen. Bei sehr starken Schmutzanhaftungen hilft es, die Kacheln mit einer Lauge abzubeizen.

  1. Anrauen

Zu einer guten Vorbereitung gehört auch das Anrauen der Kacheln. Hier hilft ein Schleifvlies, mit dem Sie die Oberflächen in kreisenden Bewegungen bearbeiten. Hilfreich ist auch ein Schleifblock, mit dem Sie die Kanten und Fugen behandeln können. Dabei nicht vergessen den Schleifstaub wieder abzuwischen. Für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild sollte die Farbe später nass in nass verlaufen können.

  1. Ansetzen

Nun geht es ans Streichen. Hier eignen sich Schaumstoffrollen. Benutzen Sie lieber kein Velours oder andere Walzen-Materialien - Schaumstoff ist am schonendsten. Jetzt tunken Sie die Rolle rollend in den Lack ein, sodass sie die Farbe von allen Seiten aufnimmt. Beginnen Sie von oben am Kachelofen oder Heizkörper, und verteilen Sie den Lack mithilfe der Rolle in sich kreuzenden Strichen. Mit dem offenen Kopfende der Rolle können Sie zu guter Letzt die Fugen streichen. Dafür die Rolle geneigt an der Fuge entlangfahren.

  1. Streichen

Tragen Sie die Farbe im ersten Arbeitsgang nicht zu dick auf. Für den Erstanstrich kann die Kreidefarbe auch mit zehn Prozent Wasser verdünnt werden. So verteilt sie sich besser. Lacke lassen sich hingegen nicht wirklich verdünnen. Insgesamt sollten Sie etwa drei Mal den Heizkörper oder den Kachelofen überstreichen. 

  1. Beschleunigen gegen Bläschenbildung

Sollten sich sehr viele Bläschen bilden, so dass der Lack Fäden zieht, sollten Sie die Rollgeschwindigkeit erhöhen und mehr Lack mit der Rolle aufnehmen und verteilen. Sind Sie mit dem ersten Auftragen fertig, sollten Sie den Lack zunächst einziehen lassen. Erst, wenn er ausgetrocknet ist, beginnen Sie mit dem zweiten Anstrich. Zwischen jedem Anstrich sollten zwei bis vier Stunden Pause liegen. Diesen Prozess wiederholen Sie Schicht für Schicht - empfehlenswert sind rund drei Anstriche.

  1. Korrigieren und glätten

Wenn sich beim ersten Anstrich viele Bläschen gebildet haben, können Sie, bevor Sie die nächste Schicht auftragen, mit einem weichen Pinsel vorsichtig über den angetrockneten Lack fahren. Dadurch platzen die Bläschen in der Regel und das Lösungsmittel kann gleichmäßiger entweichen. Sollte der Lack nach dem Anstrich hier und da nicht eine gleichmäßige Oberfläche bilden, sollten Sie diese Stellen zunächst anschleifen und dann mit Farbe wieder ausbessern.

  1. Arbeitsgeräte reinigen

Nach etwa drei Farbschichten sind Sie in der Regel fertig mit dem Anstrich. Spülen und waschen Sie nun die Rolle und den Pinsel in einer Aceton-Verdünnung aus.

Achtung: Die Struktur der Oberflächen wird durch Farbe nicht verändert, da sie nicht füllend ist. Daher ist die ursprüngliche Struktur nach dem Anstrich auch noch zu sehen.

 

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