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Alexander Seidl

Tapeten entfernen: Diese Tricks helfen beim Abziehen

Inhaltsverzeichnis

Muss ich die alten Tapeten überhaupt vorher entfernen?

Alte Tapeten abziehen? Kann da die neue nicht einfach drauf? Natürlich wäre das die arbeitsärmste Variante und viele Heimwerker scheuen mit Recht wegen des hohen Aufwands das vollständige Entfernen der alten Tapeten. Ein Überkleben ist natürlich denkbar, allerdings bleiben bei dieser Variante häufig Unebenheiten zurück, die Sie vermutlich später ärgern.

Kleben Sie zudem eine hellere Tapete auf, könnte die dunklere Farbe der alten Tapete durchscheinen. Und noch ein Risiko besteht: Wenn Sie die neuen Bahnen aufkleben, könnte es passieren, dass der neu aufgetragene Tapetenkleister die alten Tapeten aufweicht, sodass die neuen Bahnen nicht mehr gut haften und sich Wellen bilden auf der Wand. Um dies alles zu vermeiden, ist daher vor dem Tapezieren doch eine gründliche Vorarbeit sowie das Entfernen der alten Tapete dringend anzuraten.

Wie gut oder schlecht sich alte Tapeten ablösen lassen, hängt von der Tapetenart, ihrem Alter und dem Anstrich ab. Besonders knifflig sind Raufasertapeten, die bereits mehrmals überstrichen wurden. Der Tapetenkleister ist eigentlich kein Problem, da er wasserlöslich ist. Die Herausforderung ist nur, ihn unter der Tapete so gut mit Wasser zu benetzen, dass er aufweicht.

Wie entferne ich alte Tapeten sauber von der Wand?

Zuallererst sollten Sie Böden und Möbel mit Folie abkleben, denn beim Ablösen der Tapeten wird für gewöhnlich mit viel Wasser gearbeitet, sodass die Wände nass werden. Böden und Möbel tut zu viel Feuchtigkeit hingegen nicht gut. Damit Sie später keinen Schlag bekommen beim Arbeiten, sollten Sie außerdem für Stromfreiheit im Raum sorgen. Dafür schalten Sie die Sicherung aus und schrauben alle Steckdosen- und Lichtschalterverkleidungen ab.

Ob sich eine Tapete einfach vom Untergrund ablösen lässt, können Sie im Vorfeld einmal testen: Dazu befeuchten Sie eine kleine Fläche mit Wasser. Verfärbt sich die Oberfläche dunkel, ist das Ablösen der alten Tapete in der Regel kein großes Problem.

Ansonsten hilft Tapetenlöser aus dem Baumarkt oder ein einfaches Spülmittel. Der Tapetenlöser wird dafür in warmem Wasser aufgelöst und anschließend gleichmäßig und großflächig auf die Oberfläche der Alt-Tapeten aufgebracht. Leichter geht das mit einem Quast, besonders schnell mit einem Drucksprühgerät. Kurz einwirken lassen, anschließend lassen sich die Tapeten meist gut mit einem Spachtel entfernen. Tapeten, die nicht wasserabweisend sind, können Sie so sehr gut ablösen. Sind die Tapeten nach dem Einweichen mit Tapetenlöser immer noch sehr fest, wiederholen Sie die Prozedur einfach ein zweites oder drittes Mal im Abstand von jeweils mindestens einer Stunde.

Wie lassen sich wasserabweisende Tapeten entfernen?

Eine echte Herausforderung sind tatsächlich wasserabweisende Strukturtapeten oder Raufasertapeten, aber auch Tapeten, die mit Latexfarbe überstrichen wurden. Da sie durch ihre Beschaffenheit zu wenig Flüssigkeit aufnehmen, lassen sie sich auch nicht gut lösen. Hilfreich ist deshalb eine Vorbehandlung mit einer Stachel- oder Igelwalze. Damit wird die Tapetenoberfläche zunächst perforiert, sodass das Wasser oder der Tapetenlöser durch die Tapete bis zum Kleister vordringen kann. Auch hierfür können Sie fürs Auftragen eine Kleisterbürste (Quast) oder ein Sprühgerät benutzen.

Auch in Räumen wie Küche oder Badezimmern werden oft Tapeten aus einem feuchtigkeitsregulierenden und reißfesten Gewebe genutzt. Das ist zwar gut, damit keine Feuchtigkeit in die Wände dringt beim Duschen oder Kochen, andererseits verhindert es das Einweichen. Manchmal hilft dann nur noch das Abschleifen und Überspachteln der Tapeten.

Achtung Bei Leichtbauwänden aus Gipskartonplatten können Sie die Einweich-Methode nicht nutzen. Die Wände würden durch die Feuchtigkeit sonst Schaden nehmen.

Wie lange müssen die Tapeten vor dem Entfernen einweichen?

Die Tapeten, die Sie von der Wand lösen wollen, sollten gut einweichen, damit das Entfernen später leichter von der Hand geht. Das heißt, dass die Lösung mindestens eine Stunde lang in die Tapete einwirken sollte. Je länger die Bahnen einweichen, desto besser lassen sich die Tapeten später abziehen. Kleinere Tapetenreste können Sie vorsichtig mit einem Spachtel ablösen.

Kann ich auch Vinyltapeten ablösen?

Vinyltapeten sind ebenfalls nicht ganz einfach abzulösen, weil sie besonders feuchtigkeitsresistent sind. Einige haben sogar eine wasserabweisende Latex-Schicht. Das erschwert das Aufweichen der Tapetenschicht mit einer Lauge. Auch hier sollten Sie zu einer Igelwalze greifen und die Oberfläche der Tapete im Vorfeld perforieren, um sie wasserdurchlässig zu machen. Anschließend können Sie die Vinyltapete mit Wasser und Spülmittel oder Tapetenlöser genau wie gewöhnliche Tapeten behandeln.

Achtung! Bei der Anwendung des Tapetenigels sollten Sie nicht zu viel Druck aufwenden, da die spitzen Edelstahlnadeln sonst die Wand beschädigen könnten. Alternativ können Sie statt des Tapetenigels auch Schleifpapier nutzen. Der Nachteil von Schleifpapier ist allerdings, die daraus entstehende starke Staubentwicklung. Tragen Sie also unbedingt bei der Schleifarbeit eine Maske, damit Sie die feinen Kunststoffpartikel nicht einatmen.

Wie entferne ich mehrere Tapetenlagen auf einmal?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass gerade in älteren Wohnungen eine Tapete einfach übertapeziert wurde. Wenn Sie jetzt neu tapezieren wollen, wird es vermutlich nicht verwunderlich sein, dass Sie es gleich mit zwei oder mehr Lagen Alt-Tapete zu tun haben. Da Sie die Struktur der alten, versteckten Tapete aber nicht kennen, sollten Sie deshalb auch hier erst einmal mit der Igelwalze arbeiten, bevor Sie die Tapete einweichen. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Oberfläche bis auf die letzte Schicht perforieren. Nur so können Sie sicher sein, dass die Lösung aus Wasser, Tapetenlöser oder Spülmittel bis zur letzten Kleisterschicht durchdringen und diese aufweichen kann.

Tipp: Um die Lösungskraft der Lauge für eine mehrlagige Tapete zu verstärken, können Sie etwas Kleister zu der Lösung geben. Dadurch wird die Flüssigkeit etwas sämiger, sodass die Tropfen besser auf der Oberfläche der Tapete haften können und nicht sofort abfließen.

Bei besonders hartnäckigen Fällen, bei denen sich die alte Tapete trotz aller Bemühungen nicht von der Wand lösen will, haben Sie die Möglichkeit, die Wand vorübergehend mit einer dünnen Malerfolie abzudecken. Durch die Folie kann die Feuchtigkeit nicht so schnell verdunsten. Lassen Sie die Lauge ruhig auch länger einziehen – das erhöht die Chance, sie später leichter abziehen zu können. Alte Tapetenreste dürfen Sie übrigens – bis auf wenige Ausnahmen – im Restmüll entsorgen.

Kann ich Tapeten auch mit Dampf lösen?

Sie wollen schneller arbeiten und die Einwirkzeit verkürzen? Dann sollten Sie zusätzlich mit heißem Wasserdampf arbeiten. So löst sich die Tapete schneller.

Füllen Sie dafür destilliertes Wasser in einen Verdampfer, welcher das Wasser erhitzt und es in eine Dampfplatte weiterleitet. Mit der Dampfplatte fahren Sie anschließend gleichmäßig über die alte Tapete. Der Dampf, der durch feine Düsen austritt, sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit tief in die Tapete und Kleisterschichten eindringt. So lässt sich die Tapete noch schneller ablösen.

Auch beschichtete, mehrlagige Tapeten sowie Vinyltapeten können Sie so bearbeiten, allerdings sollten Sie sie unbedingt zuvor perforieren. Hartnäckige Reste können Sie am Ende mit einem Spachtel entfernen. Gipskartonwände sollten Sie allerdings nicht mit heißem Wasserdampf bearbeiten – sie weichen sonst auf.

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