Was versteht man unter Drainagebeton?
Was ist ein Drainagebeton?
Drainagebeton (auch Drainbeton, Dränbeton oder Einkornbeton) ist ein spezieller Beton, der – wie klassischer Beton – aus Zement, Wasser sowie Kies oder Sand besteht. Der entscheidende Unterschied liegt in der Zusammensetzung der Gesteinskörnung: Es wird nur eine Korngröße bzw. eine Korngruppe (z. B. 16/32 mm) verwendet, meist ab etwa 4 mm.
Dadurch entsteht eine besondere Struktur: Die Gesteinskörner werden lediglich vom Zementleim umhüllt und nur an den Kontaktpunkten verbunden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Beton bleiben die Zwischenräume nicht vollständig ausgefüllt, sodass ein hoher Porenanteil von etwa 15–20 % entsteht.
Diese offenporige Struktur macht Drainagebeton wasserdurchlässig. Regenwasser kann versickern, statt sich an der Oberfläche zu stauen. Deshalb wird Drainbeton vor allem im Außenbereich eingesetzt, etwa bei:
- Wegen und Einfahrten
- Terrassen
- Straßen- und Pflasterunterbau
Seine Hauptfunktion ist die gezielte Entwässerung, was sich auch im Namen widerspiegelt („drain“ = entwässern). Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Sickerbeton oder Filterbeton.
Drainagebeton oder Drainagemörtel: Was ist der Unterschied?
| Merkmal | Drainagebeton | Drainagemörtel |
|---|---|---|
| Korngröße | ab ca. 4 mm | bis max. 4 mm (meist 3–4 mm) |
| Struktur | gröbere Gesteinskörnung | feinere Körnung |
| Wasserdurchlässigkeit | hoch | sehr hoch |
| Einsatzbereich | Tragschichten, Wege, Einfahrten | Verlegung von Pflaster, Platten |
| Besonderheit | größere Hohlräume | dichtere, aber dennoch wasserdurchlässige Struktur |
Warum Drainagebeton? – Die Vorteile von Drainagebeton
- Drainagebeton ist aufgrund seiner speziellen Struktur, die durch die zusammenhängenden Hohlräume entsteht, wasserdurchlässig, sodass sich kein oder weniger Wasser stauen kann. Dadurch können Frostschäden und Ausblühungen an der Deckschicht verhindert werden.
- Durch Drainagebeton fällt die Flächenversiegelung kleiner aus.
- Die großporige Struktur von Drainagebeton wirkt schalldämmend.
- Drainagebeton ist spurrillenbeständig.
- Nach Anreißen lässt sich Drainagebeton mit einer Seilsäge sauber und erschütterungsfrei abbrechen.
- Drainagebeton ist relativ einfach zu verarbeiten.
Einsatzbereiche von Drainagebeton
Drainagebeton wird vor allem zur Entwässerung von Bodenbereichen eingesetzt, auf denen kein Wasser stehen bleiben soll. Als offenporige Trag- und Deckschicht findet die spezielle Betonart im öffentlichen Bereich Anwendung für
- Straßen,
- Radwegen,
- Gehwegen und
- Brücken.
Dadurch, dass das Wasser abfließen kann und sich keine Staunässe bildet, verringert sich bei Straßen die Gefahr für Aquaplaning. Außerdem gibt es weniger Sprühnässe. Neben der Wasserdurchlässigkeit haben die Hohlräume im Drainagebeton noch eine andere Wirkung, die beim Straßenbau zum Tragen kommt: Sie absorbieren einen Teil des Rollgeräuschs, wodurch der Dränbeton den Verkehrslärm verringert.
Im privaten Bereich dient Drainagebeton überwiegend als wasserdurchlässige Tragschicht unterhalb einer Deckschicht aus Pflastersteinen oder Natursteinplatten – beispielsweise bei
- Garageneinfahrten,
- Hofeinfahrten oder
- Terrassen.
Hier bietet Drainbeton eine gute Alternative zu einer Tragschicht aus normalen Schotter-, Sand- oder Feinkiesbett. Denn bleiben bei einem solchen Unterbau die Fugen zwischen den Pflastersteine offen, damit Wasser ablaufen lassen kann, sprießt in den Zwischenräumen gerne Unkraut. Ebenso können Ameisen im losen Kiesbett unterm Pflaster ein Nest bauen und Pflastersteine zum Absacken bringen. Mit Drainbeton besteht diese Gefahr nicht beziehungsweise wird vermindert. Zugleich kann Wasser durch die Fugen zwischen den Pflastersteinen und den Beton mit seinen Hohlräumen abfließen, währen gröbere Partikel an der Oberfläche bleiben und weggefegt werden können.
Weitere Anwendungsbereiche für Drainbeton sind unter anderem
- Lärmschutzwände und
- Betonfilterrohre.
Wie stelle ich Drainagebeton her?
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Drainagebeton herzustellen:
- Fertigmischung nutzen: Drainagebeton ist im Baustoffhandel als fertig gemischte Sackware erhältlich. Zu Hause muss der Inhalt nur noch mit der vorgegebenen Wassermenge angerührt werden – entweder mit einer Bohrmaschine und einem Rührquirl als Aufsatz oder mit einer Betonmaschine, die mietbar ist.
- Selbst mischen: Fürs Selbstmischen von Drainagebeton braucht man Zement aus dem Baustoffhandel und eine sortenreine Körnung aus dem Kieswerk. Zuhause müssen diese zwei Komponenten mit Wasser vermischt werden.
Tipps:
- Drainagebeton reagiert alkalisch, deshalb sollten beim Anmischen und Verarbeiten die Augen mit einer Schutzbrille und die Haut mindestens mit Handschuhen geschützt werden.
- Da Drainagebeton nicht flüssig, sondern „erdfeucht“ verarbeitet wird, sollte man beim Selbstmischen mit einer geringen Wasserzugabe beginnen und sich Schritt für Schritt an die passende Konsistenz herantasten. Denn ist der Beton erst einmal zu flüssig, ist das kaum mehr rückgängig zu machen.
- Um zu überprüfen, ob der Beton die richtige Konsistenz hat, kann eine Kugel zwischen den Handflächen geformt werden. Behält diese ihre Form, ist der Beton bereit für die Weiterverarbeitung beziehungsweise Ausbringung.