Gebrauchtes Haus kaufen: Tipps, Vorteile, Ablauf und worauf Sie achten sollten
Was bedeutet „gebrauchte Immobilie“?
Eine gebrauchte Immobilie ist ein bereits bewohntes oder genutztes Haus bzw. eine Wohnung, die weiterverkauft wird. Dazu zählen:
- klassische Einfamilienhäuser
- gebrauchte Fertighäuser
- Eigentumswohnungen aus Bestandsbau
Hauskauf: Wie und wo finde ich ein passendes gebrauchtes Haus?
Wer ein gebrauchtes Haus kaufen möchte, sollte verschiedene Suchkanäle nutzen und möglichst breit aufgestellt sein. Neben klassischen Online-Portalen gibt es mehrere effektive Wege, passende Bestandsimmobilien zu finden.
Die wichtigsten Anlaufstellen für die Haussuche:
- Immobilienportale im Internet
- Tageszeitungen und regionale Anzeigenblätter
- Immobilienangebote von Banken und Sparkassen
- Immobilienmakler mit lokalem Marktüberblick
- Persönliches Netzwerk (Freunde, Familie, Bekannte)
- Zwangsversteigerungen
Wie berechnet sich der Verkaufspreis für ein gebrauchtes Haus?
Der Verkaufspreis eines gebrauchten Hauses orientiert sich in erster Linie am Verkehrswert der Immobilie. Dieser objektive Wert bildet die Grundlage, wird jedoch durch weitere Faktoren wie Lage, Zustand, Ausstattung sowie die aktuelle Nachfrage am Immobilienmarkt beeinflusst. Ebenso spielt die gewählte Verkaufsstrategie des Eigentümers eine wichtige Rolle:
Verkaufsstrategien im Überblick
|
Festpreis:
|
Bieterverfahren:
|
|
Welche Kosten entstehen, wenn Sie ein gebrauchtes Haus kaufen?
Beim Kauf eines gebrauchten Hauses entstehen neben dem Kaufpreis zusätzliche Nebenkosten. Dazu zählen:
-
Notarkosten (ca. 1,5 %)
-
Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland meist rund 6 %)
-
Grundbucheintragung (ca. 0,5 %).
Insgesamt sollten Käufer also mit etwa 7–8 % Zusatzkosten rechnen.
Hinzu kommen häufig Kosten für Sanierung, Modernisierung oder Instandhaltung, da viele Bestandsimmobilien nicht im Neubauzustand sind. Je nach Alter des Hauses können diese Aufwendungen erheblich sein: Bei jüngeren Häusern sollten etwa 20 % des Kaufpreises für kleinere Reparaturen eingeplant werden, bei älteren Gebäuden (Baujahr 1970–1990) oft rund 30 %, bei sehr alten Immobilien sogar bis zu 50 % oder mehr.
Zusätzlich können gesetzliche Anforderungen nach dem Kauf entstehen, etwa der Austausch alter Heizkessel oder die Dämmung von Leitungen. Wer Umbauten oder energetische Sanierungen plant, sollte weitere Kosten einrechnen und im Vorfeld die Bausubstanz sowie den Energieausweis genau prüfen. Bei denkmalgeschützten Objekten kommen zusätzliche Auflagen, aber auch mögliche steuerliche Vorteile und Förderungen hinzu.
Informieren Sie sich über versteckte Mängel beim Hauskauf.
Wie finanziere ich den Kauf einer Bestandsimmobilie?
Genau wie für einen Neubau brauchen Sie auch beim Kauf einer Bestandsimmobilie eine solide Baufinanzierung. Es gibt aber auch hier zahlreiche Fördermöglichkeiten, die eine finanzielle Entlastung bieten. Für eine Finanzierung eines gebrauchten Hauses könnten diese Punkte hilfreich sein:
- Wenn Sie bei der Kreditaufnahme bei Ihrer Bank ein Eigenkapital in Höhe von 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aufbringen können, führt das in der Regel zu besseren Zinsen bei der Bank.
- Verhandeln Sie eine langfristige Zinsbindung, sodass das niedrige und fixierte Zinsniveau über Jahre konstant bleibt.
- Vergleichen Sie Baufinanzierungsangebote. Ihre Hausbank bietet vielleicht nicht die besten Konditionen.
- Berechnen Sie die monatliche Belastung durch die Zins- und Tilgungsrate. So können Sie vorsorgen, dass ausreichend Geld zur Deckung des Lebensbedarfs vorhanden ist.
- Achten Sie auf Flexibilität bei den Kreditkonditionen. So können Sie später beispielsweise die Möglichkeit der Sondertilgung ausnutzen.
Was ist Ihre Immobilie wert?
Erfahren Sie sofort und unkompliziert, wie viel Ihre Immobilie wert ist. Mit nur wenigen Klicks können Sie Ihre Immobilie bewerten lassen und bekommen die individuelle Analyse direkt per E-Mail zugesandt.
Häufige Fehler beim Kauf einer gebrauchten Immobilie
Ein gebrauchtes Haus zu kaufen, bietet Risiken. Die häufigsten Fehler, die beim Kauf eines gebrauchten Hauses gemacht werden sind: eine ungenügende Hausbesichtigung, eine fehlende Prüfung des Kaufvertrages und ein unterschätzter Modernisierungs- und Sanierungsbedarf. Damit Ihnen das nicht passiert, hier ein paar Tipps:
- Auch der zweite Eindruck zählt: Wer direkt nach der ersten Besichtigung das Haus kauft, hat vielleicht vieles nicht gesehen. Eine erste Besichtigung bietet meistens nur einen ersten Eindruck. Bei ernsthaftem Kaufinteresse ist eine weitere Besichtigung daher dringend angebracht. Nur so können Sie auch die Beschaffenheit des gebrauchten Hauses sorgfältig zu prüfen. Im Kaufvertrag heißt es später meistens: Gekauft wie gesehen. Also lassen Sie sich Zeit und sehen Sie lieber doppelt hin.
- Denn prüfe, wer sich ewig bindet: Die Entscheidung für einen Immobilienkauf wird Sie lange und nachhaltig beeinflussen. Hauskäufer sollten sich daher genügend Zeit nehmen, den Kaufvertrag vor der Unterzeichnung zu prüfen. Da der Kaufvertrag meistens sehr umfangreich ist und viele juristische Details enthält, ist es ratsam, ihn einem Anwalt oder einer anderen fachlich kundigen Person zur Prüfung vorzulegen.
- Modernisierungsbedarf richtig einschätzen: Den Modernisierungs- und Sanierungsbedarf eines gebrauchten Hauses richtig einzuschätzen, fällt vielen Menschen schwer. Das gilt weniger für die energetische Modernisierung als für die Instandhaltung der Immobilie. Ein gebrauchtes Haus zu kaufen, kann hohe Kosten mit sich bringen: Der Heizkessel muss ersetzt, das Dach erneuert, alte Rohrleitungen ausgetauscht oder schadhafte Bausubstanz abgedichtet werden… Daher ist es wichtig, den Modernisierungsbedarf vor dem Kauf grob zu überschlagen. Hier kann es helfen, einen Gutachter dafür zu Rate zu ziehen.
Gebrauchte Immobilie kaufen: Welche Vor- und Nachteile gibt es?
Wer sich für ein gebrauchtes Haus entscheidet anstelle eines Neubaus, sollte die Vor- und Nachteile kennen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Geringerer Kaufpreis im Vergleich zum Neubau | Eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten |
| Schneller Einzug möglich, da Immobilie bereits besteht | Versteckte Mängel können erst später sichtbar werden |
| Nachhaltiger, da keine neuen Flächen versiegelt werden | Hohe Kosten für Sanierung und Modernisierung möglich |
Ein gebrauchtes Haus kaufen: Worauf sollte ich achten?
Wer eine Bestandsimmobilie kaufen möchte, sollte sich folgende Fragen notieren, um sie bei einer Besichtigung zu stellen oder nachzuprüfen:
- Wie alt sind Wasser- und Abwasserleitungen sowie Elektroleitungen?
- Ist die Bausubstanz intakt?
- Gab es in der Vergangenheit einen Wasserschaden?
- Gibt es Anzeichen von Schimmelbildung oder Pilzbefall?
- Ist der Keller trocken?
- Wann wurden die letzten Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt und welche?
- Ist das Dach dicht?
- Wie alt sind Fenster und Türen?
- Wie alt ist die Heizungsanlage, insbesondere der Heizkessel?
- Wurden wärmedämmende Maßnahmen durchgeführt?
- Gibt es auf dem Grundstück Altlasten?
Zu guter Letzt hilft Ihnen Ihr Bauchgefühl bei der Entscheidung.
FAQ - Bestandsimmobilien
Wichtig sind der Zustand der Immobilie, mögliche Sanierungskosten, der Energieausweis sowie die Prüfung von Grundbuch und Bausubstanz.
Neben dem Kaufpreis fallen Notarkosten, Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühren an. Zusätzlich können Sanierungs- und Modernisierungskosten entstehen.
Ja, Bestandsimmobilien sind meist günstiger im Kaufpreis, können jedoch durch Renovierungen zusätzliche Kosten verursachen.
Ein schneller Einzug, geringere Anschaffungskosten und eine bereits entwickelte Infrastruktur sind die größten Vorteile.
Mögliche Mängel, eingeschränkte Gestaltungsfreiheit und hohe Modernisierungskosten gehören zu den wichtigsten Nachteilen.
Was ist Ihre Immobilie wert?
Erfahren Sie sofort und unkompliziert, wie viel Ihre Immobilie wert ist. Mit nur wenigen Klicks können Sie Ihre Immobilie bewerten lassen und bekommen die individuelle Analyse direkt per E-Mail zugesandt.