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Immobiliensuche: Worauf sollten Sie bei einer Hausbesichtigung unbedingt achten?

Inhaltsverzeichnis

Sollte man sich für eine Hausbesichtigung vorbereiten?

Liebe auf den ersten Blick? Das ist schön. Doch prüfe, wer sich ewig bindet – lautet ein weiser Spruch. Damit Sie den Kauf später nicht bereuen, sollten Sie bereits bei Ihrer ersten Hausbesichtigung wachsam sein. Deshalb empfiehlt es sich, sich gut darauf vorzubereiten. Je mehr Sie bereits im Vorfeld über Gebäude, Grundstück oder Umgebung herausgefunden haben, desto besser können Sie auf diese Merkmale während der Besichtigung achten.

Welche Informationen sollten Sie schon vor der Besichtigung einer Immobilie kennen?

Bevor Sie ein Haus besichtigen, bekommen Sie in der Regel ein Exposé zum Objekt zugeschickt. Dieses sollte das Baujahr des Objektes, die Wohnfläche in Quadratmetern und den Grundriss enthalten. Haben Sie kein Exposé vorab erhalten, sollten Sie es beim Verkäufer der Immobilie oder dem dafür zuständigen Makler anfordern. Ratsam ist auch, bereits vor der Hausbesichtigung die Umgebung rund um die Immobilie zu erkunden und durch das Viertel zu spazieren.

So können Sie sich einen ersten Eindruck von der Wohnlage verschaffen. Achten Sie dabei auf alle Dinge, die Ihnen wichtig sind – wie ist beispielsweise die Verkehrsanbindung? Gibt es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe? Wie ist die Lärmkulisse rundherum? Haben Sie Familie, dann sind vielleicht auch Fragen, wie weit Schulen und Kindergärten sind, von Bedeutung.

Welche Dokumente sollten Sie sich vor einer Hausbesichtigung besorgen?

Für eine gute Vorbereitung brauchen Sie so viele Informationen wie möglich. Im besten Fall sollten Ihnen folgende Dokumente bereits vor dem Besichtigungstermin vorliegen:

Grundbuchauszug

Den Grundbuchauszug können Sie direkt beim Anbieter der Immobilie anfragen, aber ohne Einsicht in „Abteilung III“. In dieser Abteilung werden die Grundschuld beziehungsweise Belastungen des Verkäufers aufgelistet. Für die allererste Hausbesichtigung sind diese Daten zu sensibel und auch nicht relevant. Sie sollten aber darauf achten, dass der Grundbuchauszug nicht älter als drei Monate ist.

Energieausweis

Der Energieausweis einer Immobilie ist seit 2009 verpflichtend für Eigentümer. Er gibt Auskunft über den Energieverbrauch beziehungsweise den Energiebedarf des Gebäudes. Das Dokument ist für die energetische Bewertung Ihrer Traumimmobilie vonnöten. Wird der Verkauf oder die Vermietung einer Immobilie ohne Vorlage eines Energieausweises abgewickelt, kann das Bauaufsichtsamt ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro verhängen.

Flurstückkarte

Die Flurstückkarte kann beim Katasteramt der Gemeinde angefordert werden und bezieht sich auf das zum Gebäude gehörende Grundstück. Überprüfen Sie vor Ort ihre Richtigkeit. Achten Sie dabei vor allem auf folgende Fragen: Gibt es hier separat zu erwerbende Grundstücke, wie beispielsweise eine Garage? Oder gemeinsam mit dem Nachbarn genutzte Wege?

Altlasten- und Baulastenverzeichnis

Die Altlastenbescheinigung bekommen Sie beim Bauamt oder der jeweiligen Kommune. Sie gibt Ihnen Auskunft darüber, ob das Grundstück, welches Sie erwerben wollen, vorher industriell genutzt wurde. In diesem Fall müssen Sie höchstwahrscheinlich mit Altlasten rechnen, welche Sie mit dem Kauf des Grundstücks übernehmen. Wenn Sanierungs- oder Recyclingmaßnahmen des Baugrundes nötig werden, tragen Sie als Eigentümer später die Kosten.

Anliegerbescheinigung

In der Anliegerbescheinigung erfahren Sie, ob für das Grundstück noch Erschließungsbeiträge, Kanalanschlussbeiträge oder Straßenbaubeiträge anfallen. Diese Bescheinigung muss Ihnen allerdings nur in begründeten Fällen vorab gezeigt werden.

Baupläne

Wenn Sie wissen wollen, ob in Ihrer potenziellen neuen Nachbarschaft Straßensanierungen oder Neubauten geplant sind, können Sie beim zuständigen Bauamt die Baupläne einsehen. Gibt es Beschränkungen der Behörden oder Rechte von Dritten? Oder sind Nachbargrundstücke nur zum Teil oder gänzlich unbebaut? Dann empfiehlt sich auch hier die Information über etwaige, zukünftige Baumaßnahmen.

Tipp Geht es später um die Baufinanzierung, wird Ihre Bank sich freuen, wenn Sie einen Großteil der Dokumente bereits vorlegen können. So sind Sie im Vorteil und können schneller agieren.

Worauf sollten Sie bei der Hausbesichtigung besonders achten?

Auch wenn das Haus auf den ersten Blick Ihre Erwartungen erfüllt oder vielleicht sogar übertrifft, sollten Sie trotzdem Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Bereiche richten:

  • Dach: Wie alt und wie dicht ist es? Wie wurde der Dachboden gedämmt?
  • Heizungs- und Trinkwasseranlage: Sehen Sie sich aktuelle Kontroll- und Wartungsberichte an.
  • Fassade: Gibt es Risse oder feuchte Stellen im Putz? Wann wurde das Haus zuletzt saniert?
  • Fenster und Türen: Sind diese ausreichend isoliert? Schirmen Sie Luft und Lärm gut ab?
  • Keller: Gibt es genügend Durchlüftungsmöglichkeiten? Ist Schimmel an den Wänden? Diesen Punkt sollten Sie auch in anderen Feuchträumen, wie dem Bad oder in der Küche, überprüfen. Ziehen Sie, wenn Sie skeptisch sind, einen Bausachverständigen zu Rate, da dieser über spezielle Feuchtemessgeräte verfügt.
  • Mängel oder Schäden: Gibt es festsitzende Gerüche (beispielsweise Zigarettenrauch) oder generelle Baumängel? Notieren Sie sich diese Mängel und nehmen Sie im Falle einer zweiten Besichtigung einen Sachverständigen oder Gutachter mit, der die entsprechenden Mängel oder Schäden überprüft. Vielleicht können Sie so den Kaufpreis noch einmal nachverhandeln und senken.
  • Nebensächlichkeiten: Prüfen Sie, ob Steckdosen und Wasseranschlüsse in ausreichender Anzahl vorhanden sind.
  • Bauchgefühl: Oft belächelt, aber auch ein wichtiger Faktor. Lassen Sie die Immobilie mal in Ruhe auf sich wirken. Fühlen Sie sich wohl in diesen vier Wänden? Fangen Sie vielleicht schon während der Besichtigung im Kopf an, die Räume einzurichten? Das sind gute Zeichen.

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Welcher Zeitpunkt ist günstig für eine Besichtigung des Traumhauses?

Experten empfehlen, die Hausbesichtigung unbedingt bei Tageslicht zu machen. Bei der Wahl des Besichtigungstermins sollten Sie deshalb auch die jeweilige Jahreszeit im Blick haben und damit die Zeit, wann es dunkel wird.

Tageslicht bietet vor allem auf dem Dachboden und im Keller eine deutlich bessere Ausleuchtung. Wenn das Haus all Ihre Wünsche erfüllt, können Sie auch fragen, ob Sie das Haus noch einmal am Abend besichtigen dürfen. Falls noch andere Nachbarn mit im Haus wohnen und vielleicht am Tag bei der Arbeit sind, können Sie so nach Feierabend schauen, wie es sich mit dem Lärmpegel verhält, wenn alle zurück sind.

Sollten Sie etwas Bestimmtes zur Hausbesichtigung mitnehmen?

Neben Notizblock und Stift sollten Sie auch einen Zollstock dabeihaben. Sowie Ihre vorab notierten Fragen, damit Sie diese Antwort für Antwort abhaken können. Wenn Sie besondere Möbelstücke besitzen, die später mit ins neue Heim umziehen, sollten Sie sich deren Maße vorab notieren und gleich in den Räumen messen, ob diese hineinpassen würden.

Konkurrenz: Wie stechen Sie bei der Hausbesichtigung mit mehreren Interessenten positiv hervor?

Sie haben einen Besichtigungstermin für Ihre Wunschimmobilie, nur leider sind Sie nicht der einzige Interessent bei diesem Termin? Jetzt heißt es schnell sein! Nehmen Sie die erforderlichen Unterlagen wie Schufa-Auskunft, Gehaltsnachweise, Selbstauskunft, etc. gleich mit zum Termin, um sie nach der Besichtigung direkt dem Anbieter überreichen zu können.

Bei der Besichtigung ist aber auch die persönliche Sympathie zwischen Eigentümer und Kaufinteressent ein wichtiger Faktor. Eigentümer wollen ihre Immobilie schließlich in guten Händen wissen. Seien Sie deshalb aufmerksam, interessiert und machen Sie ehrliche Komplimente. So zeigen Sie dem Eigentümer, dass Ihr Interesse echt ist.

Tipp Je schneller Sie dann noch die feste Zusage Ihrer Bank vorlegen können, desto besser.

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