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Perparim Hamitaga

Laminat oder Vinyl – was spricht für welchen Boden?

Inhaltsverzeichnis

Laminat versus Vinyl: Welcher Bodenbelag kann was?

Laminat ist unter den Kunststoffböden eindeutig die "Old Lady". Seit 1977 hat sie die Herzen der Häuslebauer, Wohnungsrenovierer und Bodenverleger erobert und sich in den Wohn- und Schlafzimmern breit gemacht. Mit Recht! Denn im Gegensatz zum altbekannten Parkettboden bietet Laminat bis heute eine günstigere Variante für einen Bodenbelag in Holzoptik.

Doch seit einiger Zeit hat der Laminatboden Konkurrenz bekommen. Vinyl ist ein echter Hipster und liegt bei professionellen und Hobby-Innendesignern voll im Trend. Was eindeutig für ihn spricht: Neben einer noch breiteren Palette an Designs, hält er vor allem auch in nassen Bereichen Stand. Wo der Laminatboden aufgeben muss - zum Beispiel im Bad - kann Vinyl eine gute Figur machen. Er ist abriebfest, wasserresistent und leicht zu pflegen. Allerdings auch teurer im Vergleich zur alten Dame Laminat. 

Vinyl – modern, pflegeleicht und wasserresistent

Der Vinylboden besteht vorwiegend aus Polyvinylchlorid (PVC), wo das Wörtchen Vinyl schon drin steckt. PVC ist ein thermoplastischer Kunststoff, der mit Füllstoffen, Stabilisatoren und Weichmachern angereichert wird. Es ist noch nicht lange her, da galten die Weichmacher in Vinylböden als gesundheitsschädigend. Heute haben die Hersteller nachgebessert. Vinylböden sind mittlerweile wohngesund und enthalten ausschließlich unbedenkliche Weichmacher.

Tipp Vorsichtig sollten Sie bei billigen Importprodukten sein, denn diese können gesundheitsgefährdende Weichmacher enthalten. Hier sollten Sie auf Qualität achten.

Einer der größten Vorteile eines Vinylbodens liegt in seiner hohen Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit. Ein Vinylboden kann also bedenkenlos in Bad, Küche und anderen Räumen verwendet werden, in denen der Fußboden häufig nass wird. Für diese Bereiche gibt es zwar auch Feuchtraum-Laminate, sie erreichen jedoch schon allein aufgrund ihres mehrschichtigen Aufbaus nicht die Wasserfestigkeit von Vinyl. Grundsätzlich verträgt Laminat keine Nässe und quillt bei regelmäßigem Kontakt auf. 

Ein weiterer Vorteil von Vinyl: Der Vinylboden gehört zu den elastischen Bodenbelägen, schont also eher die Gelenke. Er ist außerdem geräuscharm und fußwarm. Insgesamt ist die Oberfläche zudem abriebfester als die meisten anderen Bodenbeläge und ähnlich robust wie das Laminat.

Noch ein Pluspunkt: Vinylböden sind sehr pflegeleicht, egal ob strukturiert oder nicht. Dank dieser Oberfläche ist der Vinylboden fleckenunempfindlich. Da Vinyl keine Feuchtigkeit aufnimmt, reichen für die Reinigung Spülmittel und Wasser sowie ein weicher Wischmopp. 

Aller Vorteile zum Trotz gibt es dennoch einen Nachteil: Vinyl wird in der Regel geklebt. Das heißt, er lässt sich nur sehr aufwendig wieder entfernen. 

Laminat – robust, günstig und schnell verlegt

Der größte Vorteil gleich zu Beginn: Laminat ist ein günstiges Material, die Kosten sind häufig niedriger als bei einem Vinylboden. Laminat ist zudem vielseitig einsetzbar und dazu noch sehr robust. Grundsätzlich besteht es nicht aus Massivholz, sondern aus einer Hochdichten-Faserplatte (HDF). Die HDF-Platte ist das Trägermaterial, also der Hauptbestandteil des Laminats, und auch der Grund für seine Unempfindlichkeit. Insgesamt ist ein Laminatboden eine gut durchdachte Konstruktion mehrerer Schichten, wobei die HDF-Platte nur eine davon ist. 

In Wohn- und Kinderzimmern ist Laminat eine gute Wahl, da Pflege und Reinigung recht leichtfallen und Laminat auch Kratzer von Haustieren oder Spielzeugschrammen der Kleinen verzeiht. Falls sie doch einen anderen Raum im Sinn haben, finden Sie bestimmt trotzdem das passende Produkt, da das Laminatsortiment sehr umfangreich ist. Nur in feuchten Räumen sollten Sie auf Laminat eher verzichten. 

Bei der Reinigung sind Laminatböden ein bisschen aufwändiger als Vinylböden, aber es ist auch kein Hexenwerk. Vor dem Putzen sollten Sie den Staub einmal mit einem Besen oder Staubsauger entfernen. Sollten hartnäckig verschmutzte Stellen auftreten, wird für die Reinigung ein nebelfeuchtes Tuch empfohlen. Nebelfeucht bedeutet, dass das Tuch gerade einmal nass genug ist, um den Schmutz zu entfernen und aufzunehmen. Danach sollte noch einmal mit einem trockenen Tuch über die gereinigten Stellen gewischt werden.

Sollte einmal Feuchtigkeit auf dem Boden stehen, muss diese mit einem Mopp oder Tuch aufgenommen werden. Feuchtigkeit ist auch der Grund, warum der Laminatboden nicht mit einem Dampfreiniger gesäubert werden soll. Hierbei besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Boden und insbesondere der Fugenbereich aufquillt. 

Bei stark benutzten Bereichen, wie zum Beispiel dem Eingangsbereich, sollten Sie Schmutzfangmatten auslegen, um eine längere Lebensdauer zu erreichen. Zusätzlich sollten unter alle Möbelfüße Filzgleiter und unter sämtlichen Bürostühlen Gummirollen befestigt werden, um Kratzer zu vermeiden. Wer seinem Laminatboden etwas Gutes tun möchte, kann ihn von Zeit zu Zeit mit einem speziellen Laminatreiniger pflegen. 

Leider hat auch Laminat einen Nachteil: Aufgrund seiner Beschaffenheit kann Laminat beim Gehen und Spielen sehr laute Geräusche entwickeln, die auch bei Ihren Nachbarn hörbar sein können. Vinylböden fangen Geräusche deutlich besser ab und fühlen sich an den Füßen angenehmer und wärmer an. Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus recht weit oben wohnen, empfiehlt es sich einen Vinylboden zu wählen, da dieser eben Geräusche dämpft und somit die Nachbarn nicht stört.

Laminat und Vinyl: So verlegen Sie es richtig

Vinyl geklebt, Laminat verlegt? Das stimmt nicht mehr ganz. Denn auch Vinylböden gibt es mittlerweile mit dem schnellen Klicksystem zum Verlegen. Dennoch: Besonders beliebt bei Hobby-Handwerkern ist die "selbstklebende Verlegung". Das heißt, der Kleber ist bereits auf dem Vinylboden rückseitig aufgetragen. Verlegt wird das Vinyl dann auf blankem Untergrund. Zwischen Vinylboden und Untergrund erfolgt dabei eine feste Verbindung.

Bei der Laminatverlegung sollten Sie darauf achten, dass sich die einzelnen Paneelen längs zur wichtigsten Lichtquelle des Raumes befinden. Diese ist meist ein großes Fenster oder eine Glastür. So wirkt der Raum freundlicher und größer. Quer zum Licht verlegt erscheint der Boden wellig und das Zimmer macht einen kleineren Eindruck.

Wer in einem großen Raum das Laminat besonders in Szene setzen will, verlegt es quer zur Lichtquelle. Somit werfen die Fugen stärkere Schatten und der Betrachter wird schneller auf den Boden aufmerksam. Des Weiteren wird durch die Querverlegung auch der natürliche Charakter bekräftigt. Sollten Sie in einem Wintergarten einen Laminatboden verlegen, richten Sie die Paneele in die Richtung aus, aus der die Sonne am meisten scheint. In diesem Fall ist sie die wichtigste Lichtquelle.

Grundsätzlich werden Laminatböden in vier verschiedene Varianten gegliedert:

  • Fliesenformate
  • Kurzdielen
  • Langdielen
  • Stäbe

Langdielen kommen meist in großen Räumen zum Einsatz, während Kurzdielen sehr variabel einsetzbar sind, da sie sich einfach an die Form des Raumes anpassen können. Der Transport fällt aufgrund ihrer Größe auch deutlich leichter. Mit Stabformaten kann man spezielle Muster erzeugen und die Fliesenformate werden für moderne Designs verwendet.

Natürlich wird für das Verlegen Werkzeug benötigt. Hilfreich sind dabei:

  • Kappsäge oder Tischkreissäge,
  • Schlagklotz,
  • Hammer,
  • Cuttermesser,
  • Keile,
  • Zollstock,
  • Zugeisen,
  • Japansäge,
  • Multitool
  • Forstnerbohrer

Vinyl oder Laminat - beide Böden sind auch für eine Fußbodenheizung geeignet. Und Sie können mit beiden Bodenbelägen eine schnelle Renovierung durchführen. Mit dem Vinylboden ist die Renovierung sogar staubfrei und leise möglich, weil keine Säge eingesetzt werden muss. Sollten Sie allerdings schon wissen, dass Sie bald wieder ausziehen, wäre Laminat die bessere Lösung, da Sie den Boden auch schnell wieder herauslösen können.

Fazit: Vinyl und Laminat haben beide große Stärken

Laminat oder Vinyl - in puncto Design schenken sich beide Varianten nichts. Die sehr realistisch wirkenden Holz- oder Steinnachbildungen oder auch die vielen ausgefallenen Strukturen und Muster sind bei beiden sehr beliebt. Insgesamt hat Vinyl eine breitere Angebotspalette, dafür ist Laminat die günstigere Variante. 

Haben Sie nur ein begrenztes Budget zur Verfügung und wohnen beispielsweise in einer Mietwohnung, dann sollten Sie sich eher bei Laminat umschauen. Dieses können Sie nämlich selbst verlegen und nach dem Auszug auch restlos wieder entfernen. In Feuchträumen sollten Sie dagegen auf andere Lösungen zurückgreifen, da das Laminat dafür nicht geeignet ist. Bei Kratzern hingegen ist das Laminat aufgrund seiner Härte widerstandsfähiger als der Vinylboden.

Der Vinylboden ist etwas teurer, bietet Ihnen aber auch mehr Komfort. Insgesamt ist er fußwarm, gelenkschonend und geräuscharm. Mit Vinyl können Sie bedenkenlos Ihr gesamtes Haus inklusive Küche, Badezimmer und Duschbereich verlegen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit im ganzen Haus einen einheitlichen Boden zu haben.

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