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Florian J. Fischer

Investieren in Immobilienaktien - Alles auf einem Blick

Inhaltsverzeichnis

Immobilienaktie: Was ist das genau?

Immobilienaktien sind Aktien eines Unternehmens, das im Immobiliensektor angesiedelt ist. Dies bedeutet, das Unternehmen besitzt entweder Immobilien und erhält Mieten daraus oder handelt mit verschiedenen Immobilien. Wird bei einem der Konzerne eine Immobilienaktie erworben, wird der Käufer automatisch auch zum Anteilseigner. Dadurch erhält er verschiedene Rechte, beispielsweise kann er bei Hauptversammlungen des Unternehmens teilnehmen.

Das Unternehmen, bei dem die entsprechenden Immobilienaktien erworben werden, ist entscheidend für die Aufstellung des eigenen Investments. Manche Konzerne beschränken sich beispielsweise auf Wohnimmobilien, andere auf Gewerbeimmobilien. Es gibt auch Unternehmen, die sich auf mehrere Bereiche fokussieren. Genauso weisen Unternehmen Unterschiede auf, ob sie nur national oder auch international aufgestellt sind.

Immobilienaktien: Der Unterschied zu Immobilienfonds

Viele wissen nicht, dass sich Immobilienaktien und Immobilienfonds voneinander unterscheiden. So wird bei Immobilienaktien in ein Immobilienunternehmen und bei Immobilienfonds in eine bestimmte Immobilie investiert. Immobilienaktien und Immobilienfonds weisen noch weitere Unterschiede auf:

  • Kaufs- und Verkaufsfähigkeit
    Bei Immobilienaktien ist die Kaufs- und Verkaufsfähigkeit der Aktien sehr flexibel. Der Eigentümer der Aktie kann diese je nach Belieben zu jedem Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Bei Immobilienfonds ist diese Flexibilität nicht gegeben. Häufig müssen hierbei verschiedene Fristen eingehalten werden. Geschlossene Immobilienfonds laufen meist auch zu einem gewissen Zeitpunkt ab.
  • Investitionsbetrag
    Für das Investieren in Immobilienaktien reicht meist schon ein geringer Investitionsbetrag aus. Bei Immobilienfonds hingegen wird häufig eine Mindestsumme gefordert. Diese kann je nach Immobilienfonds zwischen 50 Euro und mehreren tausend Euro betragen.
  • Portfolio
    Bei Immobilienaktien besteht die Möglichkeit, in ein breit gefächertes Portfolio zu investieren, da unterschiedliche Aktien erworben werden können. Da bei einem Immobilienfonds nur in eine bestimmte Immobilie investiert wird, ist das Portfolio hierbei beschränkter.

Vor- und Nachteile von Immobilienaktien

Immobilienaktien sind aufgrund ihrer Vorteile besonders beliebt bei Investoren:

  • Flexibilität:
    Immobilienaktien können genau wie andere Aktien zu jedem beliebigen Zeitpunkt verkauft und gekauft werden.
  • Kein hoher Investitionsbetrag notwendig:
    Bei Immobilienaktien muss im Gegensatz zu einem Immobilienkauf kein großes Eigenkapital zur Verfügung stehen. Oft können Aktien schon ab wenigen Euros erworben werden.
  • Mehrere Immobilienbereiche:
    Gerade Privatpersonen sind bei der Investition in Immobilien meist auf Wohnimmobilien beschränkt. Durch Immobilienaktien können sie diesen Bereich jedoch auf sämtliche beliebige Bereiche erweitern und somit von höheren Renditen dieser Bereiche profitieren.

Immobilienaktien weisen neben ihren Vorteilen jedoch auch verschiedene Nachteile auf:

  • Höheres Risiko:
    Immobilienaktien sind im Gegensatz zu anderen Investitionsmöglichkeiten mit höheren Risiken verbunden. Dies liegt besonders an den ständig schwankenden Kursen. Aus diesem Grund eignet sich die Investition in Immobilienaktien nicht für kurzfristige Zeiträume. Bestenfalls wird über einen bestimmten Zeitraum monatlich der gleiche Betrag in die Immobilienaktien investiert. So lässt sich das Risiko verringern.
  • Steuern:
    Wird eine Immobilie gekauft und nach Ablauf der Spekulationsfrist wieder verkauft, fällt keine Spekulationssteuer an. Bei Immobilienaktien ist dies jedoch nicht der Fall. Auch nach Ablauf der zehn Jahre muss die Spekulationssteuer bezahlt werden, wenn der Gewinn den zulässigen Freibetrag überschreitet.
  • Vorwissen:
    Da das Investieren in Immobilienaktien mit einem höheren Risiko verbunden ist, sollte ein gewisses Maß an Vorwissen über den Immobilienmarkt vorhanden sein. Somit lässt sich das Risiko weiter minimieren.

Investieren in Immobilienaktien: Wie startet man?

Um in Immobilienaktien investieren zu können, wird erst einmal ein entsprechendes Depotkonto benötigt. Dieses kann bei einer entsprechenden Bank oder einem Online-Broker eröffnet werden. Meist fallen hierfür geringe bis gar keine Kosten an.

Sobald das Depot eingerichtet ist, lassen sich Aktien kaufen und verkaufen. Das Kaufverhalten ist hierbei von den eigenen Vorlieben und Interessenten abhängig.

Immobilienaktie: Welche ist die Richtige?

In welche Immobilienaktie investiert wird, hängt von den eigenen Vorlieben und Erfahrungen ab. Die Entscheidung kann auch einem Fondsmanager überlassen werden. Erfolgt die Auswahl der Immobilienaktien von einem selbst, ist auf folgendes zu achten:

  • Die Verschuldung des jeweiligen Unternehmens ist im Auge zu behalten. Immobilienunternehmen sind meist fremdfinanziert und hohe Zinsen haben einen großen Einfluss auf das Unternehmen.
  • Der Nettoinventarwert gibt an, wie viel die Immobilien eines Unternehmens wert sind, wenn die Schulden abgezogen werden. Hierbei ist darauf zu achten, ob der Nettoinventarwert über oder unter dem Börsenwert liegt. Liegt er über dem Börsenwert, ist er vergleichsweise teuer.
  • Der Funds from Operation gibt Gewinne aus Vermietungen an.
  • Die Dividendenrendite setzt sich aus der Dividente jeder Aktie und dem Aktienkurs zusammen. Sie zeigt, wie sehr sich eine Immobilienaktie lohnt.

Grundsätzlich sollte die Entscheidung für das Investieren in Immobilienaktien gut überlegt sein, da es mit einem höheren Risiko verbunden ist.

Gewinne aus Immobilienaktien und ihre Versteuerung

Die Versteuerung von Gewinnen aus Immobilienaktien ist je nach Fall sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gibt es einen Freibetrag in Höhe von 801 Euro, der nicht versteuert werden muss. Übersteigt der Gewinn jedoch diesen Freibetrag, fallen Steuern an. Je nach Immobilienaktie oder Immobilienfonds ist die Versteuerung sehr unterschiedlich.

Fazit Immobilienaktien: Für wen ist es geeignet?

Immobilienaktien stellen für Privatpersonen eine gute Möglichkeit dar, in verschiedene Immobilien und Immobilienunternehmen zu investieren, ohne selbst eine Immobilie kaufen zu müssen. Die Investition in Immobilienaktien ist jedoch risikoreicher als in anderen Aktien, da die Kurse generell stärker schwanken. Aus diesem Grund sollten nur Personen in Immobilienaktien investieren, die ihr Geld langfristig anlegen wollen. So kann das Risiko minimiert werden. Zudem ist es hilfreich, wenn die Investoren über entsprechendes Vorwissen verfügen.

Alternativen zu den typischen Immobilienaktien stellen Immobilienanleihen, Immobilienzertifikate, ETFs, REITs oder Crowdinvesting dar.

Der richtige Immobilienmakler an Ihrer Seite

In manchen Situationen ist es wichtig den richtigen Experten an seiner Seite zu wissen. Besonders, wenn es um etwas so Wertvolles, wie eine Immobilie geht. Der örtliche Immobilienmakler beantwortet gerne Ihre Fragen.

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