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Alexander G. Seidl

Geber Schimmel an der Wand: Wie erkenne und bekämpfe ich ihn?

Inhaltsverzeichnis

Gelber Schimmel an der Wand – das Wichtigste auf einen Blick

  • Gelber Schimmel ist eine Pilzart.
  • Es gibt verschiedene Arten von gelbem Schimmel.
  • Gelber Schimmel kommt unter anderem in Lebensmitteln, auf Wänden, auf Tapeten und in Holz vor.
  • Gelbe Flecken an der Wand sind nicht unbedingt gelber Schimmel.
  • Um gelben Schimmel zu identifizieren, spielen neben der Farbe (nicht immer ausschließlich Gelb) auch die Konsistenz und der Geruch eine Rolle.
  • Gelber Schimmel mag es feucht.
  • Gelber Schimmel ist gefährlich für die Gesundheit.
  • Um gelben Schimmel vorzubeugen, ist es vor allem richtiges Lüften und Heizen wichtig.

Was ist gelber Schimmel?

Der gelbe Schimmel stellt grundsätzlich eine Pilzart dar. Dabei gibt es verschiedene Arten von gelbem Schimmel. Die typischste ist der Aspergillus flavus – auch Penicillium rubrum oder gelber Gießkannenschimmel genannt. Dieser gelbe Schimmel gedeiht gut auf feuchten Nährböden und kommt vor allem auf stärkehaltigen Lebensmitteln und an Gebäudewänden vor. Dabei sondert der Aspergillus flavus Pilzgifte, sogenannte Mykotoxine, ab und ist deshalb besonders gesundheitsschädlich.

Wie sieht gelber Schimmel an der Wand aus?

Die Farbe der Sporenträge von gelbem Schimmel changiert zwischen Gelb, Gelbbraun, Gelbrot oder Ockerfarben. Gelber Schimmel ist nur selten homogen gelb. Zum gelblichen Belag hinzu kommen grüne, schwarze oder weiße Schimmelflecken. Manche gelbe Schimmel Art ist sogar nur in einem bestimmten Wachstumsstadium gelb und wechselt später die Farbe.

Die Konsistenz von gelbem Schimmel unterscheidet sich von Art zu Art. Aspergillus flavus und Geomyces pannorum haben zum Beispiel eine pudrige Konsistenz, es gibt aber auch gelben Schimmel, der eher watteartig ist. Manche Sorten von gelbem Schimmel erinnern an Staub. Das birgt die Gefahr, dass der Schimmel mit Pollenflug verwechselt wird, so setzen sich Blütenpollen oft als gelblich-staubiger Belag auf Flächen ab.

Tipp Anhand der Konsistenz können Sie den gelben Schimmel vom Hausschwamm unterscheiden. Dieser ist zwar teilweise ähnlich gefärbt wie gelber Schimmel, weist aber eine schwammähnliche Oberfläche auf.

Exkurs: Aufbau von Schimmelpilzen allgemein

Schimmelpilze bestehen aus

  • zahlreichen feinen Fäden, den Myzelien,
  • den größeren Sporenträgern, die zur Fortpflanzung dienen und
  • den Sporen

Die Sporenträger bilden ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen den einzelnen Schimmelpilzarten; ihre Form bestimmt teilweise sogar den Namen des jeweiligen Schimmelpilzes. Die Schimmelpilzgattung Aspergillus (Gießkannenschimmel) hat zum Beispiel aspergillförmige Sporenträger. (Das Aspergill ist ein Weihwassersprenger.)

Verwechslungsgefahr: Ein gelber Fleck ist nicht gleich Gelbschimmel

Gelbe Stellen an der Wand bedeuten nicht immer, dass dort gelber Schimmel herrscht. Es gibt einige gelbe Pilze, die holzzerstörend wirken und schnell mit gelbem Schimmel verwechselt werden können. Dazu zählen unter anderem

  • der gelbe Porenschwamm,
  • der Hausschwamm und
  • der ausgebreitete Hausporling.

Der gelbe Porenschwamm (Antrodia Xanta) hat eine weiß bis zitronengelbe Färbung und bildet einen flauschigen bis schwammartigen Belag. Er befällt Hausbalken, ist jedoch selten. Wenn er doch auftaucht, dann meist zusammen mit braunem Kellerschwamm.

Der Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist ein Hausfäulepilz mit höchstem Schadenspotenzial. Er breitet sich in feuchten Holzkonstruktionen aus und zerstört auf diesem Weg ganze Gebäude. Am besten vermehrt er sich bei etwa 20 Grad Celsius, überlebt aber zwischen drei und 26 Grad Celsius. Die Oberfläche sieht ähnlich wie die Oberfläche vieler Schimmelpilze gelbbraun und pelzig aus. An den befallenen Stellen bilden sich oft weiße, große Fruchtkörper.

Der ausgebreitete Hausporling (Donkioporia expansa) ist gelbbraun bis weiß gefärbt, kann aber auch orange und rote Schattierungen aufweisen. In seiner Konsistenz ähnelt er Schaumstoff. Im Gegensatz zum echten Hausschwamm baut der ausgebreitete Hausporling nur das Lignin im Holz ab. Dadurch werden Holzbalken und andere Teile von Holzkonstruktionen bei großem Befall faserig.

Wie gefährlich ist gelber Schimmel?

Gelber Schimmel ist immer ungesund, ganz egal, um welche Art es sich handelt und wo er auftritt – ob auf Textilien, an Wänden, auf Tapeten, im Holz oder an anderen Stellen in Wohnräumen. Die Ausblühungen des gelben Schimmels verteilen die Schimmelsporen in der Luft und vergiften diese schleichend, wenn der Schimmel nicht bekämpft wird. Durch das Einatmen oder Schimmelsporen sind je nach Art des gelben Schimmels sehr ernste Krankheitsbilder möglich.

Zu den giftigsten Schimmelpilzen zählt Aspergillus flavus. Er sondert die Mykotoxine (Pilzgifte) Aflatoxin B1 und Aflatoxin B2 ab, die langfristig krebserregend wirken. Bei hoher Dosis genügt bereits eine kurze Exposition, um Leber, Lungen und Nieren zu schädigen. Vorerkrankte Menschen können manchmal auch eine Aspergillose entwickeln – eine gefährliche Infektion der Atemwege. Langfristig kann der Schimmelpilz sogar zu Leberversagen und Krebserkrankungen führen. 

Vorkommen von Aspergillus flavus Diese Art von gelbem Schimmelpilz kommt in Deutschland vor allem bei importieren Lebensmitteln vor; zum Beispiel bei Trockenfrüchten und Nüssen. Zwar werden die Lebensmittel streng kontrolliert, dennoch sollten Sie als Verbraucher ihre Lebensmittel regelmäßig auf Schimmel kontrollieren und gegebenenfalls entsorgen. Außer auf beziehungsweise in Lebensmitteln gedeiht Aspergillus flavus auch an feuchten Stellen im Gebäude.

Auch die gelbe Schimmelpilzsorte Mucor kann schwere Krankheitsbilder verursachen, das Gehirn infizieren und innere Organe schädigen. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung, die durch den Mucor verursacht wurde (sogenannte Mukormykose), sogar zum Tod führen.

Etwas weniger gefährlich ist Epicoccum nigrum. Aber auch diese Gelbschimmelart löst Allergien aus.

Wo breitet sich gelber Schimmel aus?

Grundsätzlich breitet sich gelber Schimmel dort aus, wo er

  • genügend Sauerstoff,
  • organische Nährstoffe und
  • Feuchtigkeit sowie
  • die passende Temperatur vorfindet.

Das kann sein in

  • sehr stärkehaltigen Lebensmitteln (z. B. Nüssen und Getreide)
  • in Wänden und Mauerecken
  • an Fenstern
  • in Möbeln
  • in Textilien (z. B. Teppichen)
  • in der Blumenerde

Im Folgenden werden die bevorzugten Milieus der bekanntesten gelben Schimmelpilze genannt:

Gelbe Schimmel Art Farbe und Konsistenz Temperatur Ausbreitung
Aspergillus flavus oben Gelbgrün, unten Rotgold, staubartige Masse 12°C - 48°C Diese Art gelber Schimmel wächst weltweit im Erdboden und befällt fett- und stärkehaltige Pflanzen wie Nüsse, Mais und Weizen.
Epicoccum nigrum von Gelbrot über Braun bis Schwarz -3°C bis 45°C; Wachstumsoptimum bei 23°C bis 28°C Dieser gelbe Schimmel gedeiht auf Pflanzen, in Lebensmittel, im Erdboden und in Textilien.
Geomyces pannorum Gelb, pudrig kalte Temperaturen bis -20°C Diese Art Gelbschimmel lebt im Erdboden, wächst auf und in Wänden, auf Tapeten und im Holz.
Rhizomucor pusillus (eine Mucor Art) Weißgelb, Grau, baumwollartig heiße Temperaturen ab 50°C Dieser gelbe Schimmel wächst in Brot, Obst und Gemüse.

Wie bekämpfe ich gelben Schimmel?

Die Art und Weise, wie Sie gelben Schimmel auf Wand oder Tapete am besten bekämpfen, ist von der Größe des Schimmelbefalls abhängig. Handelt es sich um kleine Stellen unter einem halben Quadratmeter, können Sie den Gelbschimmel selbst mittels Anti-Schimmel-Produkten auf Alkohol- oder Wasserstoffperoxid-Basis entfernen. Sind größere Bereiche über einem Quadratmeter befallen, sollten Sie eine professionelle Schimmelsanierung beauftragen.

Eine Auswahl an Produkten für die Schimmelentfernung finden Sie auf Amazon. Wichtig: Lesen Sie vor dem Einsatz der fertig gekauften Schimmelentfernern unbedingt die Herstellerinformationen auf dem jeweiligen Etikett.

Hinweis Gehen Sie unbedingt der Schimmelursache auf den Grund, um eine Wiederkehr des Schimmelpilzes vorzubeugen. Ziehen Sie dazu gegebenenfalls einen Experten zurate.

Wie kann man gelben Schimmel vorbeugen?

Schimmelsporen sind unsichtbar und schwirren immer in der Luft herum. So auch die Sporen von gelbem Schimmel. Zur sichtbaren Schimmelbildung kommt es dann, wenn die Sporen aufkeimen. Dazu müssen sie die richtige Umgebung finden.

Wer gelben Schimmel im Haus vorbeugen möchte, sollte deshalb darauf achten, dass keine feuchten Stellen im Gebäude entstehen. Eine große Gefahr birgt Kondenswasser. Das kann sich vor allem im Winter im Fensterbereich ansammeln, wenn die warme, feuchte Luft der Innenräume an den kalten Fensterscheiben kondensiert. Aber auch nach dem Duschen im Bad oder beim Kochen in der Küche entsteht Kondenswasser. Dagegen hilft regelmäßiges Stoßlüften; mindestens dreimal am Tag. Grundsätzlich sollte die Luftfeuchtigkeit in Räumen  60 Prozent nicht überschreiten. Messen Sie die Luftfeuchtigkeit am besten regelmäßig mit einem Hygrometer.

Auch die Temperatur im Haus spielt eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von gelben Schimmel: Je kälter es wird, desto leichter wächst der Schimmel. Die kalte Luft nimmt weniger Wasserdampf auf, wodurch mehr Wasser kondensiert, was wiederum das Schimmelwachstum begünstigt. Am besten, um Schimmel zu vermeiden, ist eine Wohnraumtemperatur von 19 bis 22 Grad Celsius; im Badezimmer 22 bis 24 Grad Celsius.

Wichtig zur Schimmelvermeidung ist zudem das richtige Stellen der Möbel. So dürfen Schränke und Co nicht direkt an die Außenwände gestellt werden, sondern müssen immer einem Mindestabstand von zehn Zentimetern haben. Dadurch wird eine ausreichende Luftzirkulation zwischen Wand und Möbel gewährleistet.

6 Tipps zur Vorbeugung von gelbem Schimmel auf einen Blick:

  • Luftfeuchtigkeit in den Räumen regelmäßig messen; sie darf nicht über 60 Prozent liegen
  • regelmäßig Stoßlüften (mindestens dreimal am Tag)
  • Wohnraumtemperatur von 19 bis 22 Grad Celsius einhalten; im Bad 22 bis 24 Grad Celsius
  • Möbel von den Außenwänden rücken (Mindestabstand: zehn Zentimeter)
  • keine Wäsche in den Wohnräumen trocknen (erhöht die Luftfeuchtigkeit)
  • Baumängel beseitigen, die zu feuchten Räumen führen
Zusatz-Tipp Bei Lebensmitteln können Sie gelben Schimmel wirksam vorbeugen, indem Sie Ihre Vorräte kühl und trocken lagern, diese schnell verbrauchen und die Küche sauber halten.

FAQ – Die häufigsten Fragen zu gelbem Schimmel

Wie entsteht gelber Schimmel an der Wand?

Gelber Schimmel an der Wand entsteht durch zu hohe Luftfeuchtigkeit an der Wand. Ursache dafür kann zum Beispiel unzureichendes Stoßlüften sein.

Warum bildet sich gelber Schimmel?

Gelber Schimmel bildet sich, wenn die Schimmelsporen in der Luft die richtige Umgebung finden: Wie alle Schimmelarten mag es auch der gelbe Schimmel gerne feucht, dann wächst er auf verschiedenen Oberflächen wie Lebensmitteln, Holz, Papier und sogar Metall. In trockenen Räumen keimen die Schimmelsporen hingegen nicht auf.

Wie bekomme ich gelben Schimmel weg?

Je nachdem, wie groß der Schimmelbefall ist, eignen sich unterschiedliche Methoden, um ihn wieder wegzubekommen. Bei einem Schimmelbefall von weniger als einem halben Quadratmeter können Sie den gelben Schimmel mittels Anti-Schimmel-Produkten entfernen. Sollte die Schimmelfläche größer sein, ist es ratsam, eine professionelle Schimmelsanierung zu beauftragen.

Sind gelbe Flecken an der Wand Schimmel?

Nicht unbedingt. Gelbe Flecken an der Wand können auch etwas anderes als gelber Schimmel sein; zum Beispiel:

  • Gelber Porenschwamm
  • Hausschwamm
  • Ausgebreiteter Hausporling

Alle drei Pilze haben eine gelbliche Färbung und werden deshalb oft mit gelbem Schimmel verwechselt.

Ist gelber Schimmel an der Wand gefährlich?

Ja, gelber Schimmel an der Wand ist gefährlich, da er giftige Pilzstoffe absondert. Diese sogenannten Mykotoxine können zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen. Die Mykotoxine des gelben Schimmelpilzes Aspergillus flavus zum Beispiel können langfristig krebserregend wirken.

Was bedeutet gelber Schimmel an der Wand?

Gelber Schimmel an der Wand bedeutet, dass die Wand feucht ist; zum Beispiel weil ...

  • zu wenig gelüftet wurde,
  • eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in dem Wohnraum herrscht,
  • der Wohnraum zu niedrig temperiert ist oder
  • Möbel zu nah an der Wand stehen (bei Außenwänden).

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