Haus reserviert - ist eine Reservierungsvereinbarung mit dem Makler sinnvoll?

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Aktualisiert: 01.04.2026
Inhaltsverzeichnis
Alles auf einen Blick
  • Eine Reservierungsvereinbarung sichert einem Kaufinteressenten für einen bestimmten Zeitraum zu, dass die Immobilie keinem anderen angeboten wird.
  • Der Makler kann dafür eine Reservierungsgebühr verlangen, die später oft mit der Provision verrechnet wird.
  • Gründe für eine Reservierung sind z. B. Bedenkzeit, Notarterminverzögerung oder noch offene Finanzierung.
  • Die Reservierung bietet dem Interessenten Zeit, ersetzt aber keine rechtsverbindliche Kaufzusage und ist rechtlich nicht bindend.

Was ist eine Reservierungsvereinbarung?

  • Sichert die Immobilie vorübergehend: Der Makler bietet das Haus für einen bestimmten Zeitraum nicht anderen Käufern an.
  • Reservierungsgebühr: Käufer zahlen meist eine Gebühr, die später oft mit der Provision verrechnet wird.
  • In der Regel nicht rechtlich bindend – die Immobilie kann trotzdem verkauft werden.
  • Zweck:
    • Bedenkzeit gewinnen
    • Finanzierung klären
    • Zeit bis zum Notartermin überbrücken
  • Risiko:
    • Gebühr kann verloren gehen, wenn kein Kauf zustande kommt
    • Streit bei unklaren Vereinbarungen möglich
Hinweis

Reservierungsvereinbarungen genau prüfen – oder besser erst unterschreiben, wenn die Finanzierung steht.

Bedeutung einer Reservierungsvereinbarung für die Beteiligten

Aspekt Makler Verkäufer Interessent
Grundsituation Verliert zunächst Flexibilität im Verkauf Ist oft nur indirekt beteiligt Sichert sich kurzfristig die Immobilie
Vorteil Mehr Verbindlichkeit im Verkaufsprozess; Reservierungsgebühr als Entschädigung bei Absprung; Verrechnung mit Provision möglich Kein direkter Vorteil Immobilie wird vorübergehend vom Markt genommen
Nachteil Immobilie kann blockiert sein, ohne sicheren Abschluss; Zeitverlust bei Absprüngen Verzögerung des Verkaufs möglich; evtl. Neustart der Vermarktung Risiko, dass Gebühr verloren geht oder Vereinbarung unwirksam ist
Finanzieller Aspekt Erhält ggf. Reservierungsgebühr als Ausgleich Keine Beteiligung an der Gebühr Zahlt ggf. Reservierungsgebühr
Risiko Käufer springt ab trotz Reservierung Verkaufsprozess kann sich verlängern; Konflikte bei fehlender Abstimmung Unsicherheit über rechtliche Bindung
Besonderheiten Gebühr kann mit Provision verrechnet werden Konflikte möglich bei mehreren Maklern oder Eigenverkauf Reservierung bietet keine echte Kaufgarantie

Kurz gesagt:
Der Makler profitiert vor allem durch etwas mehr Planungssicherheit, der Verkäufer hat meist keinen direkten Vorteil, und der Interessent trägt das größte finanzielle und rechtliche Risiko.

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Wie hoch ist die Reservierungsgebühr?

  • Keine gesetzliche Vorgabe: Die Höhe der Reservierungsgebühr ist nicht gesetzlich geregelt.
  • Übliche Höhe: Meist etwa 5–10 % der späteren Maklerprovision.
  • Obergrenze: Ab ca. 10–15 % der Provision kann die Gebühr kritisch werden.
  • Wichtig: Ist die Gebühr zu hoch, kann eine notarielle Beurkundung erforderlich sein – erst dann wird die Vereinbarung rechtlich bindend.
  • Risiko für Käufer: Hohe Gebühren erhöhen den Druck, die Immobilie tatsächlich zu kaufen, um keinen finanziellen Verlust zu erleiden.

Reservierungsvereinbarung: So sollte man vorgehen

Eine Reservierung gibt Ihnen als Käufer nur ein begrenztes Zeitfenster, um die letzten Schritte bis zum Kauf zu klären. Viele wichtige Entscheidungen sollten daher bereits im Vorfeld getroffen werden. Die eigentliche Reservierungsphase dient vor allem dazu, Details zu prüfen und den Kauf rechtssicher abzuwickeln.

Vor der Reservierung 

  • Budget & Finanzierung klären: Finanzierungsrahmen oder Vorabzusage der Bank einholen
  • Immobilie prüfen: Lage, Zustand, Preis und Unterlagen grob bewerten
  • Besichtigung durchführen: ggf. mit zweitem Termin oder Experten
  • Entscheidung vorbereiten: Passt die Immobilie grundsätzlich zu Ihren Anforderungen?
  • Reservierungsvereinbarung prüfen: Fristen, Bedingungen, Reservierungsgebühr

Haus reserviert - was nun?

  • Finanzierung finalisieren: verbindliche Zusage der Bank einholen
  • Unterlagen im Detail prüfen: z. B. Grundbuch, Baulasten, Energieausweis
  • Kaufvertrag vorbereiten: Notar abstimmen, Vertragsentwurf prüfen
  • Fristen einhalten & Entscheidung treffen: Kauf abschließen oder rechtzeitig absagen

Haus reserviert – trotzdem verkauft: Geht das?

Ja, das ist grundsätzlich möglich.

Der entscheidende Punkt: Eine Reservierungsvereinbarung ist in den meisten Fällen rechtlich nicht bindend. Sie stellt keinen Kaufvertrag dar, sondern lediglich eine Absprache, die Immobilie für einen bestimmten Zeitraum „freizuhalten“.

  • Verkäufer sind in der Regel nicht verpflichtet, sich an die Reservierung zu halten.
  • Erst ein notariell beurkundeter Kaufvertrag ist beim Immobilienkauf rechtlich bindend.
  • Viele Reservierungsvereinbarungen sind rechtlich schwach formuliert und daher schwer durchsetzbar.
  • Eine gezahlte Reservierungsgebühr müssen Sie ggf. zurückfordern.
Hinweis

Eine Reservierung bietet keine echte Sicherheit. Wenn Sie ein Haus wirklich kaufen möchten, sollten Sie so schnell wie möglich den notariellen Kaufvertrag abschließen.

Wie kann der Interessent die Reservierungsgebühr zurückfordern?

  • Vertrag prüfen: Schauen Sie zunächst in die Reservierungsvereinbarung – oft sind Rückzahlungsbedingungen geregelt.
  • Unwirksame Vereinbarung nutzen: In vielen Fällen ist die Reservierungsgebühr rechtlich angreifbar (z. B. unwirksam, sittenwidrig oder widerrufbar).
    → Deshalb bekommen Käufer ihr Geld häufig ganz oder teilweise zurück.
  • Verstoß durch Makler/Verkäufer: Wird die Immobilie trotz Reservierung weiter angeboten oder verkauft, haben Sie meist Anspruch auf Rückzahlung.
  • Rückforderung stellen: Fordern Sie die Gebühr schriftlich zurück und setzen Sie eine klare Frist.
  • Rechtliche Hilfe einschalten: Reagiert der Makler nicht, kann ein Rechtsanwalt die Forderung durchsetzen.

 

Muster-Rückforderung für die Reservierungsgebühr:

Reservierungsgebühr beim Privatverkauf – geht das?

Ja, eine Reservierungsgebühr im Privatverkauf ist grundsätzlich möglich, wenn sich Käufer und Verkäufer darauf einigen. Sie wird vereinbart, um die Immobilie für einen bestimmten Zeitraum zu reservieren und vom Markt zu nehmen. Eine gesetzliche Regelung zur Höhe gibt es nicht.

Allerdings ist die rechtliche Lage oft unsicher. Die Vereinbarung muss klar und verständlich formuliert sein, sonst kann sie unwirksam sein, insbesondere wenn der Käufer unangemessen benachteiligt wird (§ 307 BGB). Außerdem ist eine Reservierungsgebühr ohne notarielle Beurkundung in der Regel nicht rechtlich bindend im Sinne einer Kaufverpflichtung.

In der Praxis wird sie im Privatverkauf eher selten genutzt, da sie häufig zu Streitigkeiten führen kann. Deshalb wird oft empfohlen, entweder ganz darauf zu verzichten oder sie nur in sehr klar geregelter und rechtlich geprüfter Form zu verwenden.

Unterschied: Reservierungsvereinbarung vs. Kaufvorvertrag

Kriterium Reservierungsvereinbarung Kaufvorvertrag
Verbindlichkeit Unverbindlich Verbindlich
Zweck Immobilie vorübergehend „freihalten“ Verpflichtung zum späteren Kauf
Rechtswirkung Keine Kaufpflicht Rechtliche Kaufverpflichtung entsteht
Notarielle Beurkundung Nicht erforderlich Pflicht (sonst unwirksam)
Rücktritt Jederzeit möglich Nur eingeschränkt möglich
Folgen bei Rücktritt Keine rechtlichen Konsequenzen (meist nur Streit um Gebühr) Möglicher Schadensersatz bei Vertragsbruch
Reservierungs-/Zahlungspflicht Oft Reservierungsgebühr möglich Keine Reservierungsgebühr, sondern Kaufpflicht
Risiko für Käufer Gebühr kann verloren gehen Schadensersatzpflicht bei Nichtkauf

FAQ - Reservierungsvereinbarung bei Immobilien

Eine Reservierungsvereinbarung sichert einem Kaufinteressenten für einen bestimmten Zeitraum die Immobilie, ohne dass ein Kaufvertrag abgeschlossen wird.

In der Regel nein. Weder Käufer noch Verkäufer sind rechtlich zum Kauf verpflichtet.

Ja, grundsätzlich schon. Ohne notarielle Beurkundung ist die Reservierung meist nicht bindend.

Das ist eine Gebühr, die der Interessent zahlt, damit die Immobilie vorübergehend nicht weiter angeboten wird.

Das hängt vom Einzelfall ab. Zu hohe oder unklare Gebühren können unwirksam sein.

Prüfen Sie die Vereinbarung genau. Eventuell können Sie die Reservierungsgebühr zurückfordern.

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