Zwangsversteigerungen - Chancen und Tücken bei Immobilien

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Aktualisiert: 10.02.2026
Inhaltsverzeichnis
Alles auf einen Blick
  • Verkehrswert prüfen: Grundlage für Gebote und Zuschlag
  • Wertgrenzen weggefallen: Keine festen Mindestgebote mehr (früher 5/10 & 7/10)
  • Kosten & Lasten beachten: Gerichtskosten, offene Forderungen, Grundbucheintragungen
  • Unterlagen prüfen: Exposé, Gutachten, Grundbuch
  • Gebotsstrategie planen: Realistischer Preis oder Einstieg niedrig wählen
  • Tricks & regionale Kenntnisse nutzen: z. B. lokale Besonderheiten in Memmingen

Warum beantragt eine Bank eine Zwangsversteigerung?

Zu einer Zwangsversteigerung können verschiedene Faktoren führen. Meistens kommt es dazu, wenn der Kreditnehmer die Raten, die mit der kreditgebenden Bank vereinbart waren, nicht mehr zahlen kann. Kümmert sich der Schuldner nicht darum oder findet er keine Einigung mit der Bank, versucht die Bank ihr geliehenes Geld durch eine Zwangsversteigerung zurück zu bekommen. Bis eine Zwangsversteigerung veranlasst wird, dauert es erfahrungsgemäß jedoch einige Zeit.

Kann eine Immobilie trotz laufendem Zwangsversteigerungsverfahren freihändig verkauft werden?

Das hängt von dem betreibenden Gläubiger beziehungsweise der Bank ab. Eine Zwangsversteigerung ist ein Antragsverfahren, sodass der betreibende Gläubiger die Entscheidungen treffen kann. Grundsätzlich aber gilt: Das Anliegen der Bank ist es, dass die offene Forderung, also die Restforderung, bedient wird. Ihr ist es deshalb in der Regel egal, ob sie das Geld durch die Zwangsversteigerung oder einen vorherigen Verkauf bekommt. Liegt der Wert der Restforderung unter dem jeweiligen Verkehrswert der Immobilie, kann es sogar sein, dass die Immobilie bei einer Versteigerung unter diesem Verkehrswert verkauft wird. Hier sind jedoch Wertgrenzen nach unten festgelegt. Wenn eine Immobilie vor der Zwangsversteigerung verkauft wird, müssen bei Gericht nur die bis dahin angefallenen Kosten (keine Termingebühr) entrichtet werden.

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Was bedeuten Wertgrenzen bei einer Zwangsversteigerung?

Früher gab es bei Zwangsversteigerungen sogenannte Wertgrenzen:

  • Erster Termin: 7/10 des festgesetzten Verkehrswerts
  • Zweiter Termin: 5/10 des Verkehrswerts

Das bedeutete, dass im ersten Termin mindestens 70 % und im zweiten Termin mindestens 50 % des Verkehrswerts erzielt werden sollten, um einen zu starken Preisverfall zu verhindern.

Aktuell sind diese Wertgrenzen weggefallen. Gerichte sind nicht mehr verpflichtet, die Richtwerte einzuhalten, und auch die Banken können auf die früheren Grenzen verzichten. Heute zählt primär, dass die offene Restschuld aus dem Darlehen beglichen wird. Für Käufer von Zwangsversteigerungen bedeutet das: Es gibt keine festen Mindestpreise mehr, wodurch Chancen auf einen niedrigeren Einstiegspreis steigen, gleichzeitig sollten Interessenten den Verkehrswert der Immobilie genau prüfen, um Risiken zu vermeiden.

Welche Kosten und Lasten erwarten mich bei einer Immobilie aus einer Zwangsversteigerung?

Beim Kauf einer Immobilie aus einer Zwangsversteigerung sollten Interessenten verschiedene Kosten und Lasten beachten:

  • Gerichtskosten: Gebühren für das Versteigerungsverfahren werden vom Käufer übernommen.
  • Offene Forderungen: Dazu zählen unter anderem Forderungen aus unterschiedlichen Rangklassen, wie z. B. Grundsteuer der Gemeinde.
  • Bestehende Rechte in Abteilung II: Belastungen wie Wegerechte oder Wohnrechte bleiben bestehen und müssen übernommen werden.
  • Sicherheitsleistung: Oft verlangt die Gläubigerbank eine Sicherheitsleistung von 10 % des Verkehrswerts, die vorab erbracht werden muss, um am Versteigerungstermin teilzunehmen. Diese kann per Überweisung an die Gerichtskasse, Bundesbankscheck oder Bankbürgschaft geleistet werden. Bargeld wird nicht mehr akzeptiert.
Hinweis

Zuschlag und Verkehrswert:
Die Entscheidung über den Zuschlag trifft die Bank, nicht das Gericht. Das bedeutet, dass der Zuschlag auch über dem avisierten Verkehrswert erteilt werden kann. Kaufinteressenten sollten daher den Verkehrswert der Immobilie genau prüfen und die möglichen Zusatzkosten einkalkulieren.

Wie bereite ich mich auf den Zwangsversteigerungstermin vor?

Wenn Sie eine Immobilie ersteigern möchten, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Folgende Schritte helfen Ihnen, sich optimal auf den Termin vorzubereiten:

Schritt Was zu tun ist Vorteil für den Bieter
Unterlagen prüfen Exposé, Gutachten, Termin im ZVG-Portal ansehen Kenntnis über Objektzustand & rechtliche Hinweise
Grundbuch einsehen Amtsgericht: Eintragungen prüfen Rechte und Belastungen erkennen
Gläubigerbank kontaktieren Zuschlagsgrenze erfragen Strategisches Gebot planen
Gebotsstrategie festlegen Einstieg niedrig oder realistisch wählen Bessere Chancen auf Preis oder Konkurrenz reduzieren
Finanzierung klären Kaufpreis bis Verteilungstermin sichern Rechtssicherer Erwerb nach Zuschlag

Für Immobilieninteressenten: Checkliste Zwangsversteigerungen zum Download

Mein Haus steht zur Zwangsversteigerung, was muss ich beachten?

Wenn Ihre Immobilie zur Zwangsversteigerung steht, gibt es mehrere wichtige Punkte für Schuldner zu beachten:

  • Offen mit der Bank sprechen:
    • Oft lässt sich eine Versteigerung vermeiden, wenn Sie frühzeitig Kontakt aufnehmen.
    • Eine mögliche Lösung: freihändiger Verkauf der Immobilie vor dem Versteigerungstermin.
  • Auswirkungen auf den Verkaufspreis:
    • Käufer erkennen den Zwangsversteigerungsvermerk in Abteilung II des Grundbuchs und versuchen möglicherweise, den Preis zu drücken.
    • Mit einer guten Vermarktungsstrategie und mehreren Kaufinteressenten lässt sich der Preis stabil halten.
  • Innenbesichtigung und Verkehrswertgutachten:
    • Bei der Zwangsversteigerung werden oft niedrigere Gebote abgegeben, da Bieter die Immobilie nicht genau kennen.
    • Gewähren Sie dem Gutachter für das Verkehrswertgutachten unbedingt Zutritt, um einen realistischen Verkehrswert festzulegen.
    • Eine transparente Darstellung der Immobilie steigert die Chancen auf einen höheren Zuschlag.
Hinweis

Eine offene Kommunikation, professionelle Vermarktung und die Mitwirkung beim Gutachten können den erzielbaren Verkaufspreis deutlich verbessern, selbst während eines laufenden Zwangsversteigerungsverfahrens.

FAQ - Tricks bei Zwangsversteigerungen

Der Verkehrswert ist der vom Gutachter ermittelte Marktwert einer Immobilie. Er dient als Basis für die Gebote bei einer Zwangsversteigerung und gibt Käufern Orientierung, wie viel ein Objekt realistisch wert ist.

Früher galten feste Wertgrenzen: 7/10 des Verkehrswerts im ersten Termin und 5/10 im zweiten Termin. Diese Wertgrenzen sind weggefallen, das Gericht muss sie nicht mehr einhalten, und Banken können auf Mindestgebote verzichten.

Ohne die alten Wertgrenzen können Kaufinteressenten bei einer Zwangsversteigerung auch unter dem früheren Richtwert bieten. Gleichzeitig ist es wichtig, den Verkehrswert genau zu prüfen, um keine Risiken einzugehen.

  • Frühzeitig Kontakt zur Bank aufnehmen, um Zuschlagsgrenzen zu erfahren
  • Verkehrswertgutachten und Exposé genau prüfen
  • Gebotsstrategie festlegen (geringes Einstiegsgebot oder realistischer Preis)
  • Finanzierung vorab klären

Ja, bei Zwangsversteigerungen in Memmingen oder anderen Städten können Nachfrage, Verkehrswerte und Gläubiger unterschiedlich sein. Lokale Marktkenntnis und Kontakt zu Maklern oder Gutachtern vor Ort sind hier besonders hilfreich.

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