Immobilienagentur oder Immobilienmakler: Was ist der Unterschied?

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Aktualisiert: 03.07.2026
Inhaltsverzeichnis
Hinweis
  • Eine Immobilienagentur und ein Immobilienmakler erfüllen im Kern dieselbe Aufgabe.
  • Der Begriff „Immobilienagentur“ ist nicht rechtlich geschützt und wird häufig für größere Maklerunternehmen mit mehreren Mitarbeitern genutzt.
  • Ein Immobilienmakler kann selbstständig arbeiten oder Teil einer Immobilienagentur sein.
  • Immobilienagenturen verfügen oft über ein größeres Team und mehr organisatorische Ressourcen.
  • Immobilienmakler arbeiten häufig persönlicher und direkter mit Kunden, während Agenturen stärker arbeitsteilig organisiert sind.
  • Beide erhalten bei erfolgreicher Vermittlung eine Maklercourtage als Vergütung.

Was ist eine Immobilienagentur?

Eine Immobilienagentur ist im Grunde ein Maklerbüro, in dem meist mehrere Immobilienmakler zusammenarbeiten. Sie vermittelt Immobilien zwischen Eigentümern und Käufern bzw. Mietern und erhält dafür eine Maklercourtage.

Der Begriff „Immobilienagentur“ ist rechtlich nicht geschützt und wird häufig synonym zum Immobilienmakler verwendet. Der Unterschied liegt meist nur in der Größe: Eine Agentur beschäftigt in der Regel mehrere Makler, während ein Makler auch selbstständig arbeiten kann.

Immobilienagentur: Welche Aufgaben hat sie?

Eine Immobilienagentur begleitet Eigentümer und Interessenten durch den gesamten Prozess der Vermittlung von Immobilien – von der ersten Bewertung bis zur Übergabe nach dem Verkauf oder der Vermietung. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Verkäufer und Käufer bzw. Vermieter und Mieter und organisiert alle wesentlichen Schritte.

Typische Aufgaben einer Immobilienagentur im Überblick:

  • Ermittlung des Markt- bzw. Verkehrswerts der Immobilie
  • Erstellung eines aussagekräftigen Exposés
  • Beschaffung relevanter Unterlagen (z. B. Energieausweis, Grundrisse, Objektunterlagen)
  • Entwicklung und Umsetzung einer Vermarktungsstrategie
  • Veröffentlichung auf Immobilienportalen und weiteren Kanälen
  • Vermittlung von Kauf- und Mietinteressenten
  • Organisation und Durchführung von Besichtigungsterminen
  • Führung von Preis- und Vertragsverhandlungen
  • Vorbereitung des Kaufvertrags in Zusammenarbeit mit dem Notariat
  • Begleitung bis zur notariellen Beurkundung
  • Koordination der Objektübergabe nach Vertragsabschluss

Je nach Anbieter können zusätzlich auch Abstimmungen mit Hausverwaltungen oder weitere Serviceleistungen übernommen werden.

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Immobilienagentur und Immobilienmakler - was ist der Unterschied?

Immobilienagentur Immobilienmakler
In der Regel ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern/Maklern Kann selbstständig oder in einem kleinen Team arbeiten
Kein rechtlich geschützter Begriff Rechtlich geschützte Berufsbezeichnung („Immobilienmakler“ nach § 34c GewO)
Oft größerer organisatorischer Aufbau (Büro, Marketing, Verwaltung) Häufig stärker personenbezogen und individuell geprägt
Erbringt dieselben Vermittlungsleistungen wie ein Makler Vermittelt Immobilien zwischen Eigentümern und Interessenten
Arbeitet meist im Team mit Spezialisierungen (Verkauf, Vermietung, Bewertung) Übernimmt Aufgaben oft vollständig selbst
Begriffe wie Immobilienbüro, Maklerbüro oder Immobilienservice werden häufig synonym genutzt Gleiche Kernaufgabe, aber meist kleinerer organisatorischer Rahmen
Fokus auf Skalierung und breiter Vermarktung Fokus auf persönliche Betreuung und direkte Kundenbeziehung

Woran erkenne ich eine gute Immobilienagentur?

  • Gute Immobilienagenturen kennen den regionalen Immobilienmarkt und das aktuelle Preisniveau genau.
  • Sie verfügen über fundiertes Fachwissen, z. B. in Immobilienbewertung, Mietrecht und Vertragsfragen.
  • Verhandlungsgeschick und eine beratende Rolle gegenüber Kunden zeichnen sie aus.
  • Ein starkes lokales Netzwerk hilft bei der schnellen Vermittlung von Käufern oder Mietern.
  • Eine Mitgliedschaft im Immobilienverband IVD kann ein Hinweis auf Seriosität sein, ist aber kein Muss.
  • Referenzen, Empfehlungen und positive Kundenbewertungen sind wichtige Qualitätsindikatoren.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Immobilienagentur?

Vorteile:

  • Mehrere Makler arbeiten parallel, wodurch Aufträge oft schneller bearbeitet werden können
  • Aufgaben können im Team aufgeteilt werden (z. B. Bewertung, Besichtigungen, Vertragsabwicklung)
  • Spezialisierte Mitarbeiter wie Marketingexperten sorgen für eine professionelle Vermarktung
  • Breitere Reichweite durch größere Ressourcen und mehr Personal
  • Häufig bessere Erreichbarkeit von Kauf- oder Mietinteressenten durch bestehende Datenbanken

Nachteile:

  • Oft kein fester Ansprechpartner, was die Kommunikation erschweren kann
  • Abstimmungen können unübersichtlich werden, wenn mehrere Mitarbeiter beteiligt sind
  • Persönliche Betreuung kann im Vergleich zu einem Einzelmakler geringer ausfallen
  • Rückfragen müssen ggf. über verschiedene Ansprechpartner geklärt werden
  • Unterschiedliche Arbeitsweisen innerhalb des Teams können zu Inkonsistenzen führen

Welche Provision erhält eine Immobilienagentur?

Die Maklerprovision (auch Maklercourtage) ist das Honorar für die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie. Sie ist gesetzlich nicht fest vorgeschrieben, sondern wird individuell im Maklervertrag vereinbart. Grundlage ist § 652 BGB: Eine Provision fällt nur an, wenn durch die Maklertätigkeit tatsächlich ein wirksamer Kauf- oder Mietvertrag zustande kommt.

Seit der Gesetzesreform gilt in der Praxis meist:

  • Verteilung der Provision: Käufer und Verkäufer zahlen in der Regel jeweils 50 %
  • Gesamthöhe: meist ca. 5,95 % bis 7,14 % inkl. MwSt.
  • üblich im Schnitt: rund 3,0 % bis 3,57 % je Partei

Bei Mietobjekten gilt das Bestellerprinzip:

  • Die Provision zahlt in der Regel der Auftraggeber (meist der Vermieter)
  • Maximal: 2 Nettokaltmieten + 19 % MwSt.
  • Entspricht häufig etwa 2,38 Monatskaltmieten inkl. MwSt.

Wie lässt sich die Maklerprovision berechnen?

Eigentlich ist die Berechnung der Provision nicht schwierig, da sie einem bestimmten Prozentsatz des Kaufpreises entspricht. Kennt man den Kaufpreis und den Prozentsatz, den der Makler verlangt, lässt sich die Maklerprovision leicht errechnen. 

Beispielrechnung Verkauf

Kaufpreis: 400.000 €
Gesamtprovision: 6 % (24.000 €)

  • Käufer: 12.000 €
  • Verkäufer: 12.000 €

Beispielrechnung Vermietung

Nettokaltmiete: 1.000 €
Maklerprovision: 2,38 Monatsmieten = 2.380 €

FAQ - Immobilienagentur

Eine Immobilienagentur ist ein Unternehmen, das Immobilien vermittelt. Meist arbeiten dort mehrere Immobilienmakler zusammen, die Käufer und Verkäufer bzw. Mieter und Vermieter zusammenbringen.

Ein Immobilienmakler ist eine Person oder ein Unternehmen, das Immobilien vermittelt. Er unterstützt beim Kauf, Verkauf oder der Vermietung von Immobilien und erhält dafür eine Maklerprovision.

Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Größe und Organisation: Eine Immobilienagentur besteht oft aus mehreren Maklern und Mitarbeitern, während ein Immobilienmakler auch allein oder kleiner organisiert arbeiten kann.

Ein Immobilienvermittler ist ein Oberbegriff für Personen oder Unternehmen, die Immobilien zwischen Eigentümern und Interessenten vermitteln. Dazu gehören sowohl Makler als auch Immobilienagenturen.

Ja. Ein Immobilienmakler vermittelt aktiv Immobilien und schließt Verträge anbahnen, während ein Immobilienberater eher beratend tätig ist, z. B. bei Bewertung, Strategie oder Verkaufsvorbereitung.

Ein Agrarmakler spezialisiert sich auf landwirtschaftliche Immobilien wie Bauernhöfe oder Ackerflächen, während ein Immobilienmakler meist Wohn- und Gewerbeimmobilien vermittelt.

Nein, der Begriff ist nicht geschützt. Entscheidend ist die Tätigkeit der Vermittlung von Immobilien, nicht die Bezeichnung des Unternehmens.

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