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Florian Fischer

Wie kann man prüfen ob die Wand feucht ist?

Inhaltsverzeichnis

Wann sollten Sie die Feuchtigkeit in den Wänden überprüfen?

Schimmel ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Wand zu feucht ist. Doch Feuchtigkeit ist oft schon vor der Entstehung von Schimmel sichtbar. Nasse Flecken an der Wand oder der Geruch von Moder sind erste Indizien. 

Da Feuchtigkeit aber mit der bloßen Hand nicht richtig fühlbar ist, sollten Sie sich ein Hilfsmittel zunutze machen. Ein Feuchtigkeitsmessgerät bringt schnell Aufschluss über den Grad der Feuchtigkeit in der Wand und hilft bei der Ursachenforschung. Wenn Ihnen die Ursache schon bekannt ist, hilft es zudem den Trocknungsprozess zu dokumentieren.

Was sind typische Anzeichen für eine feuchte Wand?

An diesen Zeichen können Sie ziemlich schnell erkennen, ob das Mauerwerk feucht oder die Wand nass ist:

  • muffige Gerüche im Raum, auch nachdem Sie gelüftet haben
  • klamme Kälte im Innenraum
  • dunkle Flecken oder feuchte Stellen
  • Schimmelbefall 
  • bröckelnder Putz
  • Salzausblühungen auf der Wand

Diese Zeichen deuten zwar auf Feuchtigkeit in den Wänden, sie verraten allerdings nicht, wie viel von der Wand tatsächlich feucht ist und ob sie später nicht wieder trocknet. Hier hilft nur eine korrekte Messung der Feuchtigkeit in der Wand. 

Wie messe ich die Feuchtigkeit in der Wand richtig?

Trocken, feucht oder nass? Um den Grad der Feuchtigkeit in der Wand feststellen zu können, brauchen Sie mehr als Ihren Geruchs- und Tastsinn. Eindeutig erfühlbar ist Feuchtigkeit nämlich nicht. Profis behelfen sich daher mit einem Feuchtemessgerät. Ihr großer Vorteil ist, dass sie bei einer Untersuchung die Wand nicht zerstören oder Schäden hinterlassen. Der Nachteil ist, dass Sie damit keine exakten Werte wie Massenprozent oder Volumenprozent erhalten.

Für gewöhnlich sind die Werte in Digits angegeben und diese müssen richtig ausgewertet werden. Bedenken Sie aber, dass Digits keine exakten Werte darstellen. Dennoch sind sie eine große Hilfe dabei, die Ursache der Feuchtigkeit herauszufinden.

Um ganz präzise Messergebnisse zu erhalten, bedarf es eines Verfahrens, bei dem Material entnommen wird, wie beispielsweise bei der DARR-Methode. Da die meisten Hausbesitzer allerdings erstmal selbst untersuchen wollen, wie feucht die Wände sind und wo die Feuchtigkeit überhaupt herkommt, bringt ein Feuchtemessgerät schon erste Erkenntnisse.

Wie teuer ist ein Feuchtemessgerät und welche Funktionen sollte es haben?

Feuchtigkeitsmesser nennt man auch Kugelkopfmessgeräte. Der Name gibt einen Rückschluss darauf, wie sie aufgebaut sind, denn am oberen Kopf befindet sich eine Metallkugel. Mit diesem Feuchtemessgerät lässt sich die Wandfeuchte in Digits messen. Die Geräte erzeugen dafür ein elektrisches Feld, durch das die Feuchtigkeit gemessen werden kann. Je nach Modell und Baustoff der Wand dringen die Messgeräte dabei zwischen fünf und 50 Millimeter tief ein.

Bevor Sie ein Feuchtemessgerät für Wände suchen, sollten Sie sich aber zunächst einmal fragen, wie oft Sie es auch später noch brauchen werden. Wenn Sie nur einmal die Wandfeuchte messen wollen, lohnt sich die Anschaffung meistens nicht und es ist besser, sich bei einem Bekannten oder Nachbarn ein Gerät auszuleihen.

Wenn Sie aber regelmäßig, also öfter die Feuchtigkeit in Ihren Wänden messen oder einen Trocknungsprozess dokumentieren wollen, so lohnt sich die Anschaffung eines einfachen und guten Feuchtigkeitsmessgeräts auf jeden Fall. Für einen kapazitiven Feuchtigkeitsmesser für Wände, also eines, das die Kapazität des Kondensators angibt, sollten Sie mit Kosten zwischen 70 und 300 Euro rechnen - je nach Funktionsumfang.

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Wollen Sie die Wandfeuchte häufig messen, weil Ihr Haus beispielsweise durch die Umgebung und Bauart grundsätzlich viel Feuchtigkeit ausgesetzt ist, eignen sich eher hochwertigere Geräte ab 200 Euro. Diese verfügen meist über einen Wertebereich von null bis 200 Digits und können zudem Reihenmessungen durchführen. Insgesamt haben sie einen größeren Funktionsumfang.

Tipp Wichtig vor dem Kauf eines Feuchtigkeitsmessgeräts ist es, sich den Einsatzzweck bewusst zu machen, für den Sie es benötigen. Brauchen Sie das Gerät nur gelegentlich, sollten Sie zu einem einfachen, aber guten und preisgünstigen Modell greifen. Wenn Sie mehr Funktionen benötigen, weil Sie häufiger messen, lohnt der Kauf eines guten Modells mit größerem Funktionsumfang.

Feuchtigkeit in Wänden überprüfen: Wie erhalte ich korrekte Messergebnisse?

Sie wollen den feuchten Wänden auf den Zahn fühlen? Dann brauchen Sie für die Ursachenforschung korrekte Messergebnisse. Damit das auch klappt, sollten Sie auf ein paar Dinge achten. Denn für manch ein Feuchtigkeitsmesser bedarf es etwas Übung, damit es auch verwertbare Ergebnisse liefert.

Diese Punkte helfen Ihnen beim Messen:

1. Feuchtemessgerät vor dem Messen kalibrieren

Alle kapazitiven Feuchtigkeitsmessgeräte haben eine Funktion zum Kalibrieren. Bei manchen Geräten geschieht dies automatisch, wenn Sie es einschalten, bei anderen müssen Sie dafür einige Sekunden lang eine Taste betätigen. Der Kugelkopf sollte sich dabei frei im Raum befinden. So kann der Feuchtigkeitsmesser ohne Probleme kalibrieren und Sie erhalten später verwertbare Ergebnisse. Sollten Sie die Messung mehrere Minuten lang mal unterbrechen, oder Sie in einem anderen Raum durchführen, sollten Sie das Messgerät erneut kalibrieren. Dabei sollten Sie den Feuchtigkeitsmesser in der unteren Hälfte und vom Körper und anderen Einrichtungsgegenständen weghalten.

2. Feuchtigkeitsmesser richtig positionieren

Damit Sie fehlerfreie Ergebnisse beim Messen der Wandfeuchte erhalten, müssen Sie das Gerät richtig halten und positionieren. Dazu das Feuchtemessgerät rechtwinklig zur Wand aufsetzen und am hinteren Ende festhalten. Ihre Finger dürfen nicht zu nah am Kugelkopf sein, sonst verfälscht dies die Werte. Auch sollten Sie nicht in Ecken messen. Dort ist für das elektrische Feld mehr Material zum Messen vorhanden – quasi von mehreren Seiten – weshalb die Messergebnisse auch höher ausfallen. Um richtig messen zu können, sollten Sie rund zehn Zentimeter Abstand zu Ecken halten.

3. Metalle wie Leitungen, Eckschutzschienen und Profile verfälschen das Ergebnis

Zeigt das Messgerät plötzlich deutlich höhere Feuchtigkeit in der Wand an, könnten hier Metalle das Ergebnis verfälscht haben. Deswegen ist es gut zu wissen, wo sich diese befinden. Auch das Wissen, wo Elektroleitungen und Wasserleitungen verlegt sind, kann hier weiterhelfen. Denn wenn Sie direkt an der Stelle der Wand messen, hinter der sich die Leitung befindet, erhöht sich der Messwert. In diesem Fall sollten Sie den Messpunkt etwas versetzen. Messen Sie bei Innenwänden, sollten Sie sich auch die Rückseite anschauen. Sind hier Steckdosen oder Lichtschalter? Auch sie könnten den Messwert verfälschen.

4. Achtung bei salzbelastetem Mauerwerk

In Altbauten sind die Kellerwände oft feucht. Auch hier können Sie die Feuchtigkeit messen, allerdings nur, wenn im Mauerwerk keine Salzbelastung vorhanden ist. Salz in den Wänden verfälscht ebenfalls das Messergebnis.

Feuchtemessgeräte: Welche Gerätetypen gibt es?

Das einfachste Gerät, um Feuchtigkeit zu messen, ist ein Holzfeuchtemessgerät. Damit wird für gewöhnlich der Feuchtegrad in Brennholz gemessen. Wenn dieses verheizt werden soll, sollte der Feuchtegrad unter 20 % liegen. 

Auch für Messungen an Wänden können diese Geräte verwendet werden. Ein Holzfeuchtemessgerät in einfacher Ausführung gibt es im Handel häufig schon ab rund 20 Euro. Vor dem Kauf sollten Sie sich aber in der Geräteanleitung darüber informieren, ob das Gerät auch tatsächlich für Messungen in anderen Baustoffen taugt. 

Für die Messung einer durchfeuchteten Wand eignen sich folgende Gerätetypen:

  • sogenannte „zerstörungsfreie“ Messgeräte
  • Messgeräte mit Einstechfühlern
  • Multifunktionsmessgeräte

Feuchte Wände: Wie viel Prozent Feuchtigkeit sind normal und was genau sind Digits?

Die meisten kapazitiven Feuchtigkeitsmessgeräte geben Messwerte in Digits an. Dieses sind dimensionslose Vergleichswerte, die trockene, feuchte und durchnässte Baustoffe unterscheiden und als Zahl ohne Maßeinheit angegeben werden können. Digits geben also nicht absolute Werte wie Volumenprozent oder Massenprozent an, sie eignen sich aber im Vergleich mit anderen Messungen.

Je nach gemessenem Baustoff unterscheiden sich die Digits-Messergebnisse – hier können sich beispielsweise die Rohdichte und das Material auf die Ergebnisse auswirken. Auch die Messgeräte unterscheiden sich untereinander. Manche haben einen Skalenwert von null bis 100 Digits, manche einen von null bis 200 Digits. Hier sind die Messergebnisse natürlich unterschiedlich genau. Feuchtigkeit können aber alle anzeigen.

Um den Umgang mit Digits für den Laien leichter zu machen, geben Hersteller Tabellen zur Feuchtigkeitsbestimmung an. In der Bedienungsanleitung stehen zur Abschätzung der Feuchtigkeit daher ungefähre Werte in Digits. 

Diese Tabelle hilft Ihnen bei der Bewertung der Feuchtigkeit und zeigt Ihnen an, wie viel Prozent Feuchtigkeit in einer Wand noch völlig in Ordnung ist (und wie viel Digits sie dann ungefähr hat), und bei wie viel Prozent und Digits man von einer nassen Wand sprechen kann:

Feuchtigkeit in Prozent (%) Feuchtigkeit in Digits Feuchtigkeitskategorie
weniger als 80 % Bis zu 40 Digits trocken/nicht feucht
80-100% 40 bis 80 Digits feucht
ab 100% Mehr als 80 Digits nass

Beträgt die Wandfeuchte sogar 150-200 Prozent, ist die Wand sogar stark durchnässt. Dieses kann beispielsweise vorliegen, wenn der Keller überschwemmt wurde.

In der Regel sollte die Feuchtigkeit in Wänden unter 40 Digits liegen.

Messung von Feuchtigkeit in der Wand: Wann sollte das ein Sachverständiger übernehmen?

Es gibt Fälle, da reicht eine eigene Einschätzung und Messung der Feuchtigkeit in den Wänden nicht aus. Kommt es beispielsweise zu einem Feuchtigkeitsschaden im Neubau während der Gewährleistungszeit, bedarf es in der Regel einem offiziellen Gutachten, damit die mögliche Ursache gefunden und der Mangel anerkannt werden kann.

Auch wenn ein Vermieter nicht zugeben will, dass eine Wand feucht ist, kann ein Sachverständiger helfen, dem Vermieter mithilfe eines Gutachtens den Schaden nachzuweisen. Der Fachmann kann vielleicht auch die Ursache gleich lokalisieren. Ansprechpartner sind hier Sachverständige für Schäden an Gebäuden, der Architekt, Bauingenieur oder Baumeister.

Mehr zum Thema Feuchtigkeit können Sie in unserem Ratgeber Bautrocknung: Feuchte Wände, Böden und Decken richtig trockenlegen und in unserem Fachartikel Feuchte- und Schimmelbeseitigung erhalten die Bausubstanz... nachlesen.

FAQ – DIE HÄUFIGSTEN FRAGEN ZU FEUCHTEN WÄNDEN

Was deutet auf eine feuchte Wand hin?

Der Geruch ist schon mal ein gutes Erkennungsmerkmal. Riecht es muffig bis modrig und vergeht der Geruch auch nicht nach dem Lüften, scheint das Mauerwerk zu viel Feuchtigkeit in sich zu tragen. Auch klamme Kälte in den Räumen, dunkle oder feuchte Stellen an den Wänden bis hin zu Schimmel sind eindeutige Merkmale für feuchte Wände.

Lässt sich Feuchtigkeit in den Wänden messen?

Ja. Da aber Geruchs- und Tastsinn keine eindeutigen Erkenntnisse liefern, sollten Sie hier zu einem Feuchtigkeitsmessgerät greifen. Je nach Funktionsumfang kann ein Gerät ungefähre bis sehr präzise Werte nachweisen und so anzeigen, ob eine Wand trocken, feucht oder nass ist. 

Wie teuer ist ein Feuchtigkeitsmessgerät?

Einfache Messgeräte gibt es schon ab 20 Euro. Benötigen Sie ein präziseres, weil Sie die Ursache der Feuchtigkeit herausfinden oder dokumentieren wollen oder weil Ihre Immobilie oft viel Feuchtigkeit ausgesetzt ist, lohnt der Kauf eines besseren Geräts. Hier sollten Sie mit Kosten zwischen 70 und 100 Euro für ein Kugelmessgerät rechnen. Vor dem Kauf sollten Sie allerdings überlegen, wie oft Sie das Feuchtigkeitsmessgerät nutzen und für welche Einsätze Sie es brauchen. 

Wie messe ich die Feuchtigkeit im Mauerwerk?

Ein Feuchtigkeitsmessgerät ist kein Hexenwerk: Einfach das Gerät an die Wand halten und messen - am besten an unterschiedlichen Stellen. So lässt sich herausfinden, ob die ganze Wand oder nur ein Teilbereich feucht ist. Handelt es sich nur um einen bestimmten Bereich, können Sie die Messabstände hier enger wählen. Die Feuchtigkeit wird dabei in Digits gemessen. Hierbei handelt es sich um dimensionslose Vergleichswerte, die trockene, feuchte und durchnässte Baustoffe unterscheiden. Digits geben daher nicht absolute Werte an, sie eignen sich aber im Vergleich mit anderen Messungen. Eine feuchte Wand zeigt rund 40-80 Digits an.

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