Wohngebäudeversicherung steigt: Gründe für die Erhöhung & Prämien abwenden
Warum steigen die Beiträge der Wohngebäudeversicherung?
Die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen steigen aus mehreren Gründen. Der wichtigste Faktor sind die gestiegenen Baukosten. Da Wohngebäude in der Regel zum Neuwert versichert sind, erhöhen höhere Material- und Handwerkerpreise automatisch die Versicherungssumme und damit auch den Beitrag.
Hinzu kommen mehr und teurere Schadensfälle. Insbesondere Leitungswasserschäden sowie Unwetterereignisse wie Stürme und Hochwasser verursachen hohe Kosten für die Versicherer. Gleichzeitig verteuern moderne Gebäudetechnik und strengere Bauvorschriften die Reparatur- und Wiederherstellungskosten.
Weitere Ursachen sind:
- Auslaufende Neubau-Rabatte und Sondernachlässe
- Höhere Risiken bei älteren Immobilien
- Detailliertere Tarifberechnungen anhand von Gebäudealter, Lage und Ausstattung
- Zusätzliche Kosten durch gesetzliche Anforderungen, etwa beim Wärme- und Klimaschutz
Werden die Beiträge weiter steigen?
Experten gehen davon aus, dass die Beiträge auch in Zukunft steigen werden. Gründe dafür sind anhaltend hohe Baupreise, der Sanierungsbedarf vieler älterer Gebäude sowie die zunehmende Zahl wetterbedingter Schäden. Für Hausbesitzer bedeutet das, dass höhere Kosten für die Wohngebäudeversicherung voraussichtlich dauerhaft ein Thema bleiben werden.
Wohngebäudeversicherung: Was können Hausbesitzer gegen steigende Beiträge tun?
Steigen die Beiträge der Wohngebäudeversicherung, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kosten zu begrenzen.
Anbieter vergleichen und wechseln:
Bei einer Beitragserhöhung besteht häufig ein Sonderkündigungsrecht. Ein Versicherungswechsel kann sinnvoll sein, sollte jedoch sorgfältig geprüft werden. Wichtig ist, bestehende Vorschäden anzugeben und darauf zu achten, ob künftige Beitragsanpassungen bereits im Angebot des neuen Versicherers berücksichtigt sind.
Selbstbeteiligung vereinbaren:
Wer bereit ist, kleinere Schäden selbst zu tragen, kann oft von günstigeren Beiträgen profitieren. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt in vielen Fällen die laufenden Versicherungskosten.
Schäden vorbeugen:
Regelmäßige Wartungen und Instandhaltungsmaßnahmen helfen, Schäden zu vermeiden. Besonders die Kontrolle von Wasserleitungen, Dach und Gebäudetechnik kann teure Schadensfälle verhindern und langfristig Beitragserhöhungen reduzieren.
Versicherungsschutz regelmäßig prüfen:
Tarife und Leistungen ändern sich laufend. Ein regelmäßiger Vergleich oder eine professionelle Überprüfung des Versicherungsschutzes kann helfen, Einsparpotenziale zu erkennen und unnötige Kosten zu vermeiden.
Was tun, wenn die Wohngebäudeversicherung die Beiträge erhöht?
Erhalten Sie ein Schreiben über eine Beitragserhöhung, sollten Sie zunächst prüfen, aus welchem Grund die Anpassung erfolgt. Davon hängt ab, ob Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zusteht.
Besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht, können Sie den Vertrag in der Regel innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung kündigen. Bevor Sie diesen Schritt gehen, sollten Sie jedoch sicherstellen, dass ein neuer Versicherer Ihr Haus tatsächlich versichert. Gerade bei älteren Immobilien oder bereits gemeldeten Vorschäden kann die Suche nach einem neuen Anbieter schwieriger sein als erwartet. Ist innerhalb der Kündigungsfrist noch kein passender Versicherungsschutz gefunden, kann alternativ eine ordentliche Kündigung zum nächstmöglichen Termin sinnvoll sein.
Grundsätzlich sollte eine Kündigung gut überlegt sein. Nicht jede Beitragserhöhung macht einen Versicherungswechsel notwendig. Oft lassen sich die Kosten auch durch einen Tarifvergleich, eine höhere Selbstbeteiligung oder eine Anpassung des Versicherungsschutzes reduzieren. Eine unabhängige Beratung kann dabei helfen, die beste Lösung für die eigene Immobilie zu finden.
Vergleich: Kündigen vs. behalten vs. anpassen
Die Wohngebäudeversicherung – ein wichtiger Kostenschutz
Der Kauf oder Bau des Eigenheims ist für viele die größte Investition, die sie in ihrem Leben tätigen. Die meisten können diese nur mithilfe eines Darlehens stemmen, das über Jahre hinweg – oft bis zur Rente – wieder abbezahlt werden muss und das die liquiden Finanzmittel minimiert. Wenn in solchen Fällen ein Schaden an Haus oder Wohnung entsteht, der von keiner Versicherung übernommen wird, reißt das eine große Lücke in Geldhaushalt.
FAQ - steigende Wohngebäudeversicherung
Eine Beitragserhöhung ist möglich, wenn sich z. B. Baukosten, Schadenaufwand oder der Gebäudewert (gleitender Neuwert) verändern. Auch individuelle Risikofaktoren des Gebäudes können eine Anpassung rechtfertigen.
Ja, in vielen Fällen. Ein Sonderkündigungsrecht besteht meist dann, wenn sich der Beitrag erhöht, ohne dass sich der Versicherungsschutz verbessert. Dann kann der Vertrag außerordentlich gekündigt werden.
Die Frist beträgt in der Regel einen Monat ab Zugang des Erhöhungsschreibens. Danach ist nur noch eine ordentliche Kündigung zum regulären Vertragsende möglich.
Ja, die Kündigung sollte mindestens in Textform erfolgen (z. B. Brief oder E-Mail). Wichtig ist, dass klar erkennbar ist, dass Sie aufgrund der Beitragserhöhung kündigen.
Nicht unbedingt. Zwar kann ein Wechsel günstigere Beiträge bringen, jedoch muss der neue Versicherer das Gebäude auch annehmen. Besonders bei Vorschäden ist das nicht immer sicher.
Dann kann es zu einer Versicherungslücke kommen. Das ist riskant, da Schäden am Gebäude dann nicht mehr abgesichert sind. Deshalb sollte ein Wechsel immer vorher geklärt sein.
Ja. Möglichkeiten sind z. B. eine höhere Selbstbeteiligung, Tarifoptimierung oder Anpassung des Versicherungsschutzes.
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