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Florian J. Fischer

Grundbucheintrag ändern: Wie geht das?

Inhaltsverzeichnis

Wann muss der Eintrag im Grundbuch geändert werden?

Wenn Sie ein Grundstück oder eine Immobilie kaufen, werden Sie als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Dieser Eintrag ist zwingend notwendig. Kommt es nun durch den Verkauf des Wohnobjekts oder durch eine Erbschaft zu einem Eigentümerwechsel, muss der Grundbucheintrag geändert werden. Dieses kann nur ein von Ihnen beauftragter Notar veranlassen.

Wichtg! Die Änderung des Grundbucheintrags sowie die Dienstleistung eines Notars sind kostenpflichtig.

Was Sie für einen Grundbucheintrag benötigen

Damit die Änderung im Grundbuch veranlasst werden kann, ist es wichtig, Dokumente wie den Kaufvertrag oder Erbschein bei einem beauftragten Notar beglaubigen zu lassen. Nur er kann und darf die finale Änderung des Grundbucheintrags vornehmen. Die dafür anfallenden Kosten setzen sich aus den Notargebühren, sowie dem Entgelt an das Grundbuchamt zusammen – in den meisten Fällen entspricht dieser Wert 1,5 bis zwei Prozent des Kaufpreises.

Die Änderung kann ein paar Tage in Anspruch nehmen. Bei einem Erbfall reicht es meist aus, wenn Sie dem Grundbuchamt einen Erbschein vorlegen, der Sie als Erben ausweist. Dann wird der Grundbucheintrag normalerweise in wenigen Tagen geändert.

Ausnahme: Im Falle einer Hochzeit mit Namensänderung muss der Grundbucheintrag nicht zwingend geändert werden.

Grundbucheintrag ändern: Was geschieht bei einer Trennung oder Scheidung?

Eine Beziehung geht zu Ende. Damit es bezüglich des gemeinsamen Eigenheims nicht zum Streit kommt, sollten die künftigen Ex-Partner im Falle einer Scheidung eine einvernehmliche Lösung finden – besonders dann, wenn beide im Grundbuch eingetragen sind. Eine Möglichkeit wäre, dass die Eigentumsrechte auf einen der Partner übertragen werden. Dieses könnte von einem Notar oder dem Grundbuchamt vorgenommen werden. Wenn Sie das Haus gemeinsam über ein Immobiliendarlehen finanziert haben, muss auch die kreditgebende Bank hinzugezogen werden.

Achtung Auch wenn sich das Paar einigt – der vom Vertrag zurückgetretene Partner erhält so lange Wohnrecht in der Immobilie, bis die Scheidung endgültig und rechtskräftig vollzogen wurde.

Todesfall in der Familie: Muss der Grundbucheintrag zwingend geändert werden?

Wenn ein Ehepartner verstirbt, welcher eingetragener Eigentümer der Immobilie war, wird zuerst geprüft, ob es ein notariell beglaubigtes Testament gibt. Wenn ja, gehen die Eigentumsrechte auf die im Testament festgelegte Person über. In der Regel sind das der verbliebene Ehepartner und eventuell vorhandene Kinder.

Hat der Verstorbene allerdings kein rechtswirksames Testament hinterlassen, muss beim Nachlassgericht ein Erbschein beantragt werden. Wichtig ist hierbei, dass darin alle Erben angegeben sind. Wenn Sie sich auf einen Alleinerben einigen, benötigt dieser eine Vollmacht der vom Erbe zurückgetretenen Personen. Das Grundbuchamt bekommt dann den Erbschein beziehungsweise das Testament vorgelegt. Auf dieser Grundlage nimmt es die Änderung des Grundbucheintrags vor.

Anders ist es, wenn sich beide Partner einer Ehe im Grundbuch haben vermerken lassen zu gleichen Anteilen. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich dann für die hinterbliebene Person nichts und der Grundbucheintrag muss auch nicht geändert werden.

Grundbucheintrag ändern: Was kostet das?

Wer die Eintragung im Grundbuch ändern lassen will, muss einen Notar damit beauftragen. Jede Änderung, die eingetragen wird, verursacht somit Kosten, deren Höhe vom Grundbuchamt in der Gebührenordnung geregelt sind. Damit es keine böse Überraschung wird, können Sie vorab die Höhe kalkulieren.

In der Gebührenverordnung können Sie nachlesen, wie viel Geld das Grundbuchamt in Deutschland für eine Änderung nimmt. Die Höhe der Gebühren hängt dabei vom Wert der Immobilie oder des Grundstücks ab.

Ein Beispiel Lassen Sie einen neuen Eigentümer für eine Immobilie eintragen, so gilt der Gebührenschlüssel 10/10 in § 60. Das bedeutet, dass bei einem Eintragungswert von 100.000 Euro, 207 Euro für die Änderung des Eigentümers zu bezahlen ist. 

Wer eine Immobilie geerbt hat, zahlt bis zu zwei Jahre nach dem Erbfall keine Gebühr für den Eigentümerwechsel.

Grundbucheintrag ändern: Was macht der Notar?

Wenn Sie einen Eintrag im Grundbuch ändern wollen, weil der Eigentümer wechselt, müssen Sie einen Notar beauftragen. Er füllt mit Ihnen die erforderlichen Antragsformulare aus. Damit kann eine Namensberichtigung oder ein Eigentümerwechsel eingetragen werden.

Im nächsten Schritt geben Sie oder Ihr Notar bei Ihrer Gemeinde die Ziffer des entsprechenden Grundbuchblatts an. So wird Ihre Eintragung richtig hinzugefügt. Vergessen Sie nicht auch den Verkehrswert des Grundstücks eintragen zu lassen, wenn dieses noch nicht geschehen ist.

So können Sie einen Grundbucheintrag einsehen

Wenn Unterlagen fehlen, hilft eine Akteneinsicht ins Grundbuch. Um diese Akteneinsicht zu erhalten, müssen Sie zunächst Ihr zuständiges Gericht ausfindig machen, denn das Grundbuch wird von den Amtsgerichten geleitet. Zuständig ist immer das Amtsgericht des Bezirks, in welchem das Grundstück liegt.

Allerdings darf nicht jeder das Grundbuch einsehen. Sie sollten wissen, dass das Grundbuch kein öffentliches Register ist. Um eine Akteneinsicht zu erhalten, müssen Sie ein berechtigtes Interesse nachweisen. Nur dann dürfen Sie einen Grundbucheintrag einsehen oder einen Grundbuchauszug erhalten. Der Eigentümer des Grundstücks hat ein berechtigtes Interesse. Außerdem derjenige, welcher ein Recht an dem Grundstück hat, zum Beispiel eine Vormerkung oder ein Erbbaurecht. Anders liegt der Fall bei interessierten Mietern oder Käufern. Hier fehlt das berechtigte Interesse, deshalb besteht hier auch nicht die Möglichkeit der Akteneinsicht.

Wie man den richtigen Notar findet, können Sie in unserem Artikel Den richtigen Notar finden: Vom Vorgespräch bis zum Kauf nachlesen.

Der richtige Immobilienmakler an Ihrer Seite

In manchen Situationen ist es wichtig den richtigen Experten an seiner Seite zu wissen. Besonders, wenn es um etwas so Wertvolles, wie eine Immobilie geht. Der örtliche Immobilienmakler beantwortet gerne Ihre Fragen.

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