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Florian Fischer

Übergabeprotokoll: Was gehört alles rein?

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Übergabeprotokoll?

Beim Verkauf einer Immobilie wird diese am Ende des Verkaufsprozesses an den Käufer übergeben. Für diese Übergabe wird ein Termin festgesetzt, an dem Käufer, Verkäufer und ein professioneller Zeuge den Zustand des verkauften Objektes festhalten und die Übergabe durchführen.

Wieso ist ein Übergabeprotokoll wichtig?

Ein Übergabeprotokoll ist wichtig, um spätere Probleme vorzubeugen. In dem zuvor erstellten Kaufvertrag wird der genaue Zustand der Immobilie nicht festgehalten. Dies erfolgt erst im Übergabeprotokoll. Hier wird festgehalten, welche Mängel oder Schäden bestehen. Gleichzeitig wird geklärt, wer für Schäden aufkommt. Diese Informationen werden von allen anwesenden Parteien unterzeichnet und vertragsmäßig festgehalten. So kommt es zu einem späteren Zeitpunkt seltener zu Problemen und Streitigkeiten. Grundsätzlich kann ein Käufer später nur die Mängel und Schäden geltend machen, die bei der Übergabe festgehalten wurden.

Die Übergabe eines Objektes wollen viele schnell hinter sich bringen. Dies hat zur Folge, dass manche Mängel außen vor gelassen und nicht detailliert genug beschrieben wurden. Das gilt es zu vermeiden. Die Beschreibungen der Mängel und die Fotos sind sorgfältig und detailliert zu dokumentieren.

Wann wird ein Übergabeprotokoll erstellt?

In den meisten Fällen wird das Übergabeprotokoll während der Übergabe des Objektes in dem jeweiligen Objekt und nach Eingang des Kaufbetrags erstellt. Die Übergabe stellt somit den Abschluss eines Kaufprozesses dar. Hier werden in der Regel die Hausschlüssel an den neuen Eigentümer übergeben.

Der Verkäufer ist für die Organisation zuständig. Wurde ein Termin vereinbart, ist systematisch das Objekt in Augenschein zu nehmen. Bestenfalls erfolgt dies tagsüber. Bei Tageslicht können Mängel besser erkannt werden. Zudem ist es von Vorteil, wenn bei der Übergabe die Räumlichkeiten leer sind, weil Mängel hier besser erkennbar sind. Sollte dies nicht möglich sein, beispielsweise aufgrund von Einbauschränken, können Vorbehalte im Übergabeprotokoll zum Beispiel wie folgt festgehalten werden: „Wand kann aufgrund eines Einbauschranks nicht auf Mängel überprüft werden.“

Generell kann für die Durchführung einer Übergabe ein Experte hinzugezogen werden, der über die Formalitäten Bescheid weiß und Sicherheit vermittelt.

Wie viele Ausführungen werden von einem Übergabeprotokoll benötigt?

In der Regel wird das Übergabeprotokoll in dreifacher Ausführung erstellt. Ein Protokoll geht jeweils an:

  • den Verkäufer,
  • den Käufer,
  • Versorgungsbetriebe (als Informationsschreiben).

Was muss ein Übergabeprotokoll beinhalten?

Übergabeprotokolle sind häufig ähnlich aufgebaut. Folgende Informationen sind darin zu finden:

  • Informationen zum Käufer und Verkäufer, wie beispielsweise Name, Anschrift und Geburtsdatum.
  • Die Anschrift des Objekts ist festzuhalten.
  • Bestandsaufnahme der Räume, der Außenanlagen und des Gartens. Es ist darauf zu achten, dass keine Räume, wie beispielsweise der Keller oder der Speicher, vergessen werden. Die Bestandsaufnahme umfasst hierbei die Dokumentation der Einrichtung, Mängel und weiteres. Die Einrichtung wird meist nur dann festgehalten, wenn der Käufer diese auch übernimmt.
  • Zählerstände von Strom, Wasser und Gas.
  • Anzahl der Schlüssel, die an den Käufer übergeben werden. Hierzu zählen zum Beispiel Haus-, Keller-, Zimmer- oder Garagenschlüssel. Es ist auch festzuhalten, wenn ein Schlüssel fehlt.
  • Gibt es in dem Haus eine Ölheizung ist die Menge des vorhandenen Heizöls zu dokumentieren. Häufig wird auch festgehalten, inwiefern dieses berechnet wird.
  • Individuelle Vereinbarungen, beispielsweise wenn der Käufer eine Reparatur selbst übernimmt.
  • Die Dokumente, die der Käufer bei der Übergabe erhält. Dies sind beispielsweise Bedienungsanleitungen für Elektrogeräte, Handwerkerrechnungen vergangener Reparaturen, Versicherungspolicen, Wartungsverträge, Baupläne, Grundrisszeichnungen, Mietverträge und noch viele weitere.

Es bestehen Mängel – was tun?

Grundsätzlich geht die Verantwortung des Objektes mit Schlüsselübergabe an den neuen Besitzer über. Aus diesem Grund gilt es bestehende Mängel so genau wie möglich festzuhalten. Zudem sind von den Mängeln aussagekräftige Fotos zu machen. Bei der Beschreibung der Mängel ist so detailliert wie möglich vorzugehen. Eine Aussage, dass eine Tür beispielsweise „alt“ ist, sagt nichts über ihren Zustand und den Mangel aus.

Verkäufer sollten zudem offen sein und bekannte Mängel ansprechen, da sie für verschwiegene Mängel bis zu fünf Jahre nach Kaufabschluss die Haftung tragen.

Auf was kann während der Übergabe geachtet werden?

Eine neue Immobilie bringt viele Eindrücke mit sich. Besonders für das Übergabeprotokoll ist auf Details zu achten:

  • Glasschäden, beispielsweise an Fenstern oder Türen.
  • Zustand der Sanitären Einrichtungen. Oft sind hier Sprünge oder Risse zu finden.
  • Zustand der Einbaumöbel. Dies ist von Bedeutung, wenn der Käufer die Möbel übernimmt. Der Zustand wird überprüft, indem beispielsweise Schubladen geöffnet und geschlossen werden.
  • Türschlösser, Rollläden, Wasserhähne: alle beweglichen Teile sind zu prüfen.
  • Zustand der Fußleisten. Diese weisen häufig Schäden auf.
  • Kein Raum vergessen! Das Objekt ist vollständig durchzugehen. Besitzt es einen Keller, einen Garten oder Speicherräume, so sind auch diese zu prüfen.

Hausübergabe: Wie läuft sie ab?

Bei einer Hausübergabe kann wie folgt vorgegangen werden:

  1. Termin ausmachen und bestätigen. Beim Übergabetermin sollte nicht nur der Verkäufer und der Käufer vor Ort sein, sondern bestenfalls auch ein Zeuge. Dies kann beispielsweise ein Immobilienmakler sein.
  2. Übergabeprotokoll anfertigen. Die Mängel sind schriftlich und mit Fotos zu dokumentieren.
  3. Einigung, wer die Mängel behebt. Zudem ist der Zeitpunkt zu definieren, bis zu dem die Mängel zu beheben sind.
  4. Der Käufer sollte dem Verkäufer alle wichtigen Einrichtungsgegenstände erklären, beispielsweise wie der Ofen funktioniert oder wo es einen Anschluss für die Waschmaschine gibt.
  5. Unterzeichnen des Übergabeprotokolls von allen Parteien.

Vorzeitige Übergabe: Was ist zu tun?

In einigen Fällen kann der Fall auftreten, dass die Übergabe schon vor Überweisung des Kaufbetrags erfolgt. Dies ist zur Risikominimierung im Kaufvertrag festzuhalten. Zudem sollte der Käufer eine Anzahlung in der Höhe von 10-20 Prozent des Kaufpreises leisten.

Springt der Käufer nach der Übergabe ab und will den Kaufpreis nicht mehr bezahlen kann mit diesen Vorkehrungen der Vertrag als Nichtig erklärt werden und das Eigentum geht wieder auf den Ursprungseigentümer zurück.

Der richtige Immobilienmakler an Ihrer Seite

In manchen Situationen ist es wichtig den richtigen Experten an seiner Seite zu wissen. Besonders, wenn es um etwas so Wertvolles, wie eine Immobilie geht. Der örtliche Immobilienmakler beantwortet gerne Ihre Fragen.

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